Behandlung afghanischer Ortskraft sorgt für Empörung im Ausschuss

Behandlung afghanischer Ortskraft sorgt für Empörung im Ausschuss

Die Behandlung einer afghanischen Ortskraft durch staatliche deutsche Stellen sorgt im Afghanistan-Untersuchungsausschuss des Bundestags für Empörung. "So kann man mit den Menschen nicht umgehen", sagte der Ausschussvorsitzende Ralf Stegner (SPD) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Der Untersuchungsausschuss hätte immer auch die Möglichkeit, Herrn Majboor als Zeugen zu laden." Bei der Ortskraft handelt es sich um Maiwand Majboor, der 2002 bei der staatlichen deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kabul angestellt wurde und dort in führender Position tätig war.

Zehn Tage nach der erneuten Machtübernahme durch die Taliban in Kabul hatte Majboor für sich und seine Familie eine Aufnahmezusage für Deutschland bekommen. In der entsprechenden GIZ-Mail vom 25. August 2021 wird auf eine Bestätigung des Bundesinnenministeriums verwiesen. Im September 2023 gelang der elfköpfigen Familie die Ausreise nach Pakistan, von wo aus sie nach Deutschland reisen wollte. Stattdessen wurde sie dort einer Befragung durch deutsche Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden unterzogen. Danach kassierte das Bundesinnenministerium die Aufnahmezusage ohne Angabe von Gründen. Bis heute ist unklar, warum die Familie abgewiesen wurde. "Das ist kein Einzelfall", sagte Qais Nekzai vom Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte dem RND. "So etwas passiert leider häufig. Es ist total unmenschlich." Zuletzt leitete Majboor das interne Controlling der GIZ in Afghanistan. Die GIZ stellte ihn am vergangenen Donnerstag ohne Angabe von Gründen frei, nachdem er sich an die Presse gewendet hatte.