-

Haimo Wassmer- Liquiditätsmanagement entscheidend für die Ruhestandsplanung

Haimo Wassmer- Liquiditätsmanagement entscheidend für die Ruhestandsplanung! Foto: Haimo Wassmer

Auch vermögende Personen haben oftmals das Problem, dass sie im Ruhestand nur über ein eingeschränktes Einkommen verfügen. Das liegt daran, dass ihre Vermögenswerte illiquide sind, beziehungsweise die Renditen nach Inflation und Steuern nicht für angemessene Ausschüttungen ausreichen. Die dereinst von der Politik versprochene „sichere Rente“ ist für künftige Generationen in Deutschland nur noch eine Illusion. Die Rentenquote in Deutschland sinkt und sinkt und wird in einigen Jahren deutlich unter 50 Prozent des letzten verfügbaren Einkommens betragen. Und der Höchstsatz ist auch noch begrenzt, sodass vor allem Gutverdiener auf eine deutliche Versorgungslücke im Alter zusteuern. Und Unternehmer und Freiberufler haben in der Regel überhaupt keine Ansprüche auf gesetzliche Zahlungen.

Wie groß der Aufwand sein kann, für das Alter stabil vorzusorgen, hat die internationale Finanzgesellschaft Fidelity International beispielsweise errechnet. Angehende Ruheständler sollten das Zehnfache ihres Bruttojahreseinkommens angespart haben, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. „Anders gesagt: Dafür wäre es nötig, rund 21 Prozent des Bruttoeinkommens des gesamten Erwerbslebens zurückzulegen. Wer also über ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 100.000 Euro brutto verfügt, sollte mindestens eine Million Euro auf der hohen Kante haben, um einen einkommensadäquaten Lebensabend zu verbringen“, sagt Vermögensmanager Haimo Wassmer aus Bochum (Wassmer Wealth Management).

Daher brauchen vor allem Gutverdiener eine professionelle Strategie, die Ruhestandsversorgung abzusichern. Das habe auch etwas mit der Beratung zu tun, betont Haimo Wassmer. Häufig werde ein „Was müsste ich tun?“-Szenario entworfen, das aber in der Regel bei weitem die Möglichkeiten der späteren Ruheständler aus dem laufenden Einkommen übersteige. „Ganz praktisch bedeutet das, dass in einer herkömmlichen Beratung in der Regel schlichtweg eine Summe berechnet wird, die zum Ruhestandsbeginn zur Verfügung stehen soll. Wie diese Summe entsteht, wird aber meistens nicht klar – und auch nicht, wie diese aus dem laufenden Einkommen aufgebaut werden sollen.“

Dazu komme laut Haimo Wassmer das Problem, dass viele Menschen ihr Geld in illiquiden Vermögenswerten angelegten haben, die auch noch schlecht ausschütteten. Dazu gehören vor allem renditeschwache Immobilien und Beteiligungen (in der Regel an Unternehmen). „Damit ist das Vermögen zwar generell hoch. Aber es trägt nichts zur Ruhestandsfinanzierung bei. Vermögende Personen können also ein Liquiditätsproblem haben“, warnt Haimo Wassmer.

Die Lösung laut Haimo Wassmer: „Die Höhe des Vermögens ist oftmals gar nicht entscheidend. Viel wichtiger ist es, die Ausschüttungspraxis so zu steuern, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Einkommen aus dem Vermögen zur Verfügung steht. Wenn Rendite, Inflation, Kosten und Steuern im Einklang stehen, ist die Altersversorgung sichergestellt.“ Für den Berater steht die Liquidität im Fokus. Diese solle beim Vermögensaufbau geschont werden, während sie im Ruhestand eben zur Verfügung stehen müsste. Modellrechnungen zeigen laut Haimo Wassmer, dass Mandanten durch ein geschicktes Liquiditätsmanagement mit 30 bis 50 Prozent weniger Aufwand (!!) ihr Ziel erreichen könnten. Das bedeutet: Mit weniger eigenen Beiträgen werden ein höheres Vermögen und stabilere Liquidität im Alter möglich.

Zu den typischen Instrumenten gehören für den Berater in erster Linie Aktien. Ein weltweit gestreutes Aktienportfolio bestehend aus mehr als 9000 Einzeltiteln erbrachte bei einem 20-jährigen Anlagehorizont beispielsweise historisch im Mittel 9,5 Prozent Rendite pro Jahr. Daher sollten sich Aktien in jedem ausgewogenen Depot finden. Ebenso sinnvoll können Photovoltaikanlagen sein. „Erneuerbare Energien werden zunehmend benötigt. Professionell konzipierte und realisierte Solarstrom-Anlagen können von Beginn an eine attraktive Rendite in Höhe von sechs bis acht Prozent jährlich. Die staatlich garantierte Einspeisevergütung über 20 Jahre hinweg liefert dabei eine willkommene Sicherheit. Bis zu 100 Prozent der Investitionssumme können steuerlich geltend gemacht werden, bis zu 50 Prozent davon auch rückwirkend.“

Hinweis vom Berliner-Sonntagsblatt!

Liebe Leserinnen und Leser, wir bitten Sie bei Fragen zum o.g. Unternehmen, Angebot, oder Produkt nicht unsere Redaktion telefonisch oder schriftlich zu kontaktieren. Nutzen Sie bitte, sofern vorhanden den Link im Artikel, da wir keine Kontaktdaten herausgeben dürfen! Wir bitten um Ihr Verständnis!