Zwei gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr bei Johanneskirchen und Heimstetten

Zwei gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr bei Johanneskirchen und Heimstetten - (Foto: Polizeiauto (Archiv))
München - Die Bundespolizei hat am Dienstag (6. Oktober) gleich zweimal wegen Gegenständen im Gleisbereich ermittelt. Das teilte die Bundespolizeidirektion München mit.

Bei Johanneskirchen legten drei Kinder unter anderem Stöcke und Äpfel auf die Schienen. Eine S-Bahn mit rund 150 Reisenden überfuhr die Gegenstände, der Triebfahrzeugführer leitete eine Schnellbremsung ein.

Verletzt wurde niemand. Gegen 15:30 Uhr informierte der Triebfahrzeugführer einer S-Bahn der Linie S8 die Bundespolizei über drei Kinder im Gleisbereich kurz vor dem Bahnhof Johanneskirchen. Zwei Elfjährige und ein Zehnjähriger hatten nach bisherigen Erkenntnissen Stöcke, Äpfel und Süßigkeiten auf die Gleise gelegt.

Die herannahende S-Bahn überfuhr die Gegenstände. Nachdem der 23-jährige Triebfahrzeugführer einen Schlag wahrgenommen hatte, leitete er eine Schnellbremsung ein.

Anschließend stellte er die drei Kinder fest und hielt sie bis zum Eintreffen einer Streife der Bundespolizei fest. Von den rund 150 Reisenden wurde niemand verletzt, auch am Zug entstand kein Schaden.

Die Bahnstrecke war von 15:28 Uhr bis 16:13 Uhr gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren 13 Züge betroffen und verzeichneten insgesamt 293 Verspätungsminuten.

Die Bundespolizei informierte die Erziehungsberechtigten und übergab die Kinder in deren Obhut. Sie ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Am selben Abend gegen 22:40 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Bundespolizei über Gegenstände auf der Bahnstrecke zwischen Heimstetten und Feldkirchen.

Eine stadteinwärts fahrende S-Bahn der Linie S2 kollidierte dort mit mehreren im Gleis liegenden Gegenständen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelte es sich um Sperrmüll.

Eine Schnellbremsung wurde nicht eingeleitet. Eine Streife der Bundespolizei stellte die Gegenstände am Ereignisort sicher.

Die S-Bahn konnte ihre Fahrt zunächst fortsetzen und wurde am Bahnhof München Ost durch Einsatzkräfte der Bundespolizei in Augenschein genommen. Dabei wurde eine Beschädigung am Transformator an der Unterseite des Zuges festgestellt.

Die S-Bahn blieb fahrtüchtig, wurde jedoch zur Reparatur in das Betriebswerk Steinhausen gebracht. Die Höhe des entstandenen Schadens ist Gegenstand der Ermittlungen. Eine Nahbereichsfahndung nach möglichen Tatverdächtigen verlief ohne Ergebnis.

Eine Sperrung der Bahnstrecke war nicht erforderlich. Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Wer die Gegenstände auf die Gleise gelegt hat, ist bislang unbekannt.


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