Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreicht im ersten Halbjahr Zehnjahreshoch

Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreicht im ersten Halbjahr Zehnjahreshoch - (Foto: Chemie-Anlagen (Archiv))
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Nordrhein-Westfalen ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Wie der Landesbetrieb IT.NRW am Donnerstag mitteilte, haben die Amtsgerichte in Nordrhein-Westfalen 3.428 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet, was einen Anstieg um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr (3.190) bedeutet. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreichte im 1. Halbjahr 2026 den höchsten Stand seit dem 1. Halbjahr 2016 mit 3.427 Insolvenzen. Bis zum 1. Halbjahr 2022 waren die halbjährlichen Insolvenzzahlen auf 1.805 gesunken; ab diesem Zeitpunkt stiegen sie dann wieder kontinuierlich an. Im 1. Halbjahr 2026 wurden, bezogen auf jeweils 10.000 Unternehmen, durchschnittlich 46 Unternehmensinsolvenzen gemeldet.
Die höchste Insolvenzquote verzeichnete dabei der Wirtschaftsbereich „Verkehr und Lagerei” mit 105 gemeldeten Insolvenzverfahren je 10.000 Unternehmen. Es folgten das „Baugewerbe” mit 82 Verfahren und das „Gastgewerbe” mit 82 Verfahren je 10.000 Unternehmen. Die Zahl der insgesamt von einer Unternehmensinsolvenz betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer war im 1. Halbjahr 2026 mit 13.853 Beschäftigten um −34,9 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Damals hatte es 21.274 betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegeben. Nach ersten Auswertungen war im 1. Halbjahr 2026 der Großteil der betroffenen Beschäftigten im Wirtschaftsbereich „Verarbeitendes Gewerbe” beschäftigt. Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen der Unternehmensinsolvenzen summierte sich im 1. Halbjahr 2026 auf 3,7 Milliarden Euro. Damit waren die Forderungen um −16,3 % niedriger als im 1. Halbjahr 2025. Damals hatte die Höhe der summierten Forderungen bei 4,4 Milliarden Euro gelegen. Die Gesamtzahl der gemeldeten Insolvenzverfahren in NRW (Unternehmens- und Privatinsolvenzen) war im 1. Halbjahr 2026 mit 16.698 Verfahren um +7,8 % höher als im 1. Halbjahr 2025 mit 15.491 Verfahren. Neben den Unternehmensinsolvenzen gab es unter anderem 10.322 Verbraucherinsolvenzen, deren Zahl um +10,1 % gestiegen ist. Im 1. Halbjahr 2025 waren es 9.374 Verfahren gewesen.

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