Die deutsche Autoindustrie sieht in der aktuellen Lage keine Wachstumschancen mehr in Europa. "Fakt ist, dass die europäische Industrie unter den schlechten Standortbedingungen nicht mehr wachsen kann", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dem Pro-Newsletter Industrie und Handel des Nachrichtenmagazins Politico. Die Industrie wandere ab, "um im internationalen Wettbewerb weiter agieren zu können".
Diese Realität werde nicht von allen anerkannt, kritisierte Müller.
Die Politik habe immer noch ein Erkenntnisproblem: "Die Annahme, dass wir politisch aktuell vor allem Probleme bei der Umsetzung haben, ist nicht richtig." Ohne starke Wirtschaft sei auch die gesellschaftliche und politische Stabilität herausgefordert, mahnte Müller.
Müller fordert deshalb eine "Wachstumsagenda" und einen stärkeren Fokus auf Standortpolitik. Ein Erkenntnisproblem sieht die VDA-Chefin auch in der EU. Wer glaube, "dass Regulierung ein Wettbewerbsvorteil ist, ignoriert alle Zahlen, Daten und Fakten", sagte sie. Dieses Herumdoktern an Symptomen sei auch "Ausdruck einer Verweigerung, die eigenen Probleme anzugehen": die fehlende Konkurrenzfähigkeit.
VDA-Chefin: Industrie kann in Europa nicht mehr wachsen
über dts Nachrichtenagentur
07. September 2026 - 15:34 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland