Nur eine Minderheit in der Bevölkerung, aber 69 Prozent der AfD-Sympathisanten sind mit der demokratischen Grundordnung generell unzufrieden. Nicht nur die exzessive Kritik fällt dabei auf, sondern auch die geringe Bereitschaft unter AfD-Anhängern, irgendetwas zugunsten dieser Gesellschaftsordnung gelten zu lassen.
Die Überzeugung, dass das politische System grundlegend verändert werden muss, ist überdurchschnittlich stark in Ostdeutschland und in den schwächeren sozialen Schichten verbreitet, vor allem jedoch unter Anhängern der AfD. 83 Prozent der Gefolgsleute der AfD hängen dieser Position an, während diese Position bei den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien eine Minderheitenmeinung ist.
Nur sieben Prozent der Befragten haben derzeit großes Vertrauen darauf, dass die Politik die richtigen Entscheidungen trifft und die Herausforderungen bewältigt, 53 Prozent haben nur begrenztes Vertrauen. Jeder Dritte spricht der Politik sein Misstrauen aus; vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 17 Prozent, stieg aber schon in der Zeit der Ampelregierung auf 28 Prozent.
Insgesamt belasten die Krisen und Herausforderungen der Gegenwart die Bevölkerung. In der Befragung, die das Institut für Demoskopie Allensbach vom 4. bis 16. September im Auftrag der FAZ durchführte, gab jeder Zweite an, sich durch die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen stark belastet zu fühlen; nur sechs Prozent zeigten sich davon weitgehend unbeeindruckt. Vor allem in den schwächeren sozialen Schichten sind die Sorgen groß. So berichten in den schwächeren Schichten 48 Prozent von vermehrten Zukunftsängsten, in den höheren Schichten dagegen nur 22 Prozent.
Die aktuelle Umfrage wurde mündlich-persönlich durchgeführt vom 4. bis 16. September 2026, befragt wurden 1.051 Personen.