Wie Menschen Intimität, Beziehungen und sexuelle Identität leben, befindet sich im Wandel. Eine Auswertung aktueller internationaler Forschungsdaten durch Amorana zeigt, dass jüngere Erwachsene heute sexuell weniger aktiv sind als frühere Generationen, während traditionelle Kategorien sexueller Identität zunehmend an Bedeutung verlieren.
Gemäss Langzeitdaten1 gaben im Jahr 2024 nur noch 37 % der US-Erwachsenen an, mindestens einmal pro Woche Sex zu haben. 1990 lag dieser Wert noch bei 55 %. Dabei erweist sich die Gen Z als die am wenigsten sexuell aktive Generation seit Aufzeichnungsbeginn. Als wesentliche Gründe gelten dafür Veränderungen beim Zusammenleben und die zunehmende Nutzung digitaler Medien. So ist der Anteil der 18- bis 29-Jährigen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, innerhalb des vergangenen Jahrzehnts um zehn Prozentpunkte gesunken. Auch die verstärkte Nutzung digitaler Medien wird als möglicher Einflussfaktor genannt. So sank die wöchentliche reale Zeit für soziale Kontakte junger Erwachsener von 12,8 Stunden (2010) auf 5,1 Stunden (2024).
Neue Wege in der Identität und der Überwindung des «Orgasm Gap»:
Fluide Labels bevorzugt: Eine globale Untersuchung2 mit Daten von 900'000 Nutzerinnen und Nutzern aus 122 Ländern belegt, dass die Gen Z traditionellen Kategorien wie «lesbisch» oder «bisexuell» zunehmend in der Lage sind. Stattdessen werden Begriffe wie «queer», «pansexuell» oder «asexuell» bevorzugt.
Der «Orgasm Gap» schrumpft mit dem Alter: Beim Sex mit einem Partner oder einer Partnerin zeigt sich weiterhin eine deutliche Orgasmuslücke zwischen den Geschlechtern. Während bei Frauen im Durchschnitt 65 % der Fälle zum Orgasmus kommen, sind es bei Männern 95 %. Eine Untersuchung mit 24'752 Erwachsenen3 zeigt jedoch, dass sich dieser sogenannte «Orgasm Gap» bei Frauen ab 40 verkleinert. Als mögliche Gründe werden eine offenere Kommunikation über sexuelle Bedürfnisse und ein gestärktes Selbstbewusstsein genannt.
Erwartungshaltung entscheidet: Eine experimentelle Studie4 zeigt zudem, dass gezielte klitorale Stimulation die Orgasmuslücke zwischen Frauen und Männern deutlich verringern kann. Die von Amorana zusammengetragenen Studienergebnisse geben damit Einblick in aktuelle Entwicklungen rund um Beziehungen, Sexualität und Intimität und zeigen, wie sich Bedürfnisse und Verhaltensweisen verändern.
Mit der Veröffentlichung dieser Studienergebnisse möchte Amorana aktuelle Entwicklungen rund um Beziehungen, Sexualität und Intimität sichtbar machen und zu einem offenen Umgang mit diesen Themen beitragen.
Quelle
1 General Social Survey, Wilcox et al., Institute for Family Studies, 2024
2 Demographic Research, Rampazzo, Winer et al., 2025
3 Sexual Medicine, Gesselman et al., 2024
4 Archives of Sexual Behavior, Wetzel et al., 2025