Die SPD Stadt Bremen will faire Ausbildungsvergütungen zum Qualitätsmerkmal des Ausbildungsstandorts machen. Das teilte der SPD-Unterbezirk Stadt Bremen am Montag mit.
Der Unterbezirksvorstand fordert in einem Beschluss vom 29. August, tariforientierte Ausbildungsvergütungen bei öffentlichen Aufträgen stärker zu berücksichtigen, einen "Bremer Standard für Gute Ausbildung" zu entwickeln und die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung regelmäßig an die Lohn- und Preisentwicklung anzupassen.
Die Unterbezirksvorsitzende Gesa Wessolowski-Müller sagte, gute Arbeit beginne schon in der Ausbildung. Wer eine Ausbildung beginne, übernehme Verantwortung und erlerne einen Beruf; das müsse sich in einer angemessenen Vergütung widerspiegeln.
Angesichts steigender Lebenshaltungskosten dürfe die Entscheidung für eine Ausbildung nicht an finanziellen Hürden scheitern. Die SPD verweist auf die Lohnentwicklung der vergangenen Jahre: So stieg der Bruttostundenverdienst der Geringverdienenden in Bremen von 2022 auf 2023 um 13,6 Prozent. 2024 wuchs der Verdienst des untersten Fünftels der Beschäftigten um 7,7 Prozent, während das oberste Fünftel nur 4,8 Prozent erreichte.
Der Beschluss würdigt die bisherigen Maßnahmen des Senats, etwa den Ausbildungsunterstützungsfonds und ein Maßnahmenpaket von vier Millionen Euro für Berufsorientierung, Sprachförderung und Prüfungsvorbereitung. Zugleich fordern die Sozialdemokraten den Senat auf, zu prüfen, wie bei öffentlichen Aufträgen eine tarifliche oder tariforientierte Ausbildungsvergütung als Standard gestärkt werden kann, etwa durch einen "Bremer Referenzwert für eine Mindestausbildungsvergütung". Zudem soll ein "Bremer Standard für Gute Ausbildung" entwickelt werden, der auch moderne Schulstandorte, Beratungsangebote für mentale Gesundheit und Demokratieförderung umfasst. Auf Bundesebene will sich die SPD für eine regelmäßige Anpassung der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung einsetzen.
SPD fordert höhere Ausbildungsvergütungen in Bremen
über dts Nachrichtenagentur
31. August 2026 - 16:10 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland