SPD fordert Ende des Stellenmoratoriums an Bayerns Schulen

SPD fordert Ende des Stellenmoratoriums an Bayerns Schulen - (Foto: Klassenraum in einer Schule (Archiv))
Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag fordert ein Ende des Stellenmoratoriums an den Schulen in Bayern. Das teilte die Fraktion in München mit. Angesichts schlechter PISA-Ergebnisse, steigender Schülerzahlen und fehlender neuer Lehrkräfte sieht die bildungspolitische Sprecherin Nicole Bäumler dringenden Handlungsbedarf für das Kultusministerium.
"Die PISA-Ergebnisse sind mal wieder ein Alarmsignal – auch für Bayern. Wer jetzt nicht endlich handelt, nimmt die Bildungsprobleme sehenden Auges in Kauf", sagte Bäumler. Bäumler kritisiert, dass noch immer der Geldbeutel der Eltern maßgeblich über den Bildungserfolg eines Kindes entscheide. Besorgniserregend findet sie vor allem, dass in Deutschland der Bildungserfolg eines Kindes stark vom Elternhaus abhänge – etwa dreimal so stark wie in Kanada. "Das ist kein Bildungssystem mehr, das ist eine Sortiermaschine", sagte sie. Vor dem Schulstart am Dienstag und mit Blick auf die PISA-Ergebnisse erneuerte sie ihre Kritik am Stellenmoratorium der Staatsregierung. "Wenn wir nicht weiter abgehängt werden wollen, muss der Freistaat jetzt handeln! Weiter am Stellenmoratorium festzuhalten, ist Mangelverwaltung mit Ansage", betonte die ausgebildete Lehrerin. Nach Angaben der SPD-Fraktion sieht das Stellenmoratorium der Staatsregierung für das laufende Haushaltsjahr keine neuen Stellen vor – auch nicht an den Schulen. Neue Lehrkräfte seien erst 2027 wieder vorgesehen. Gleichzeitig steige die Zahl der Schüler weiter. "Am Dienstag sitzen mehr Kinder und Jugendliche in Bayerns Klassenzimmern als im letzten Jahr – und es gibt keine einzige zusätzliche Lehrerstelle. Dass diese Rechnung nicht aufgeht, dafür braucht man kein Mathe-Abitur", so Bäumler. Sie fordert eine bessere individuelle Förderung von Kindern von Schulbeginn an, etwa durch einen Ausbau multiprofessioneller Teams. Dazu brauche es aus ihrer Sicht mehr Sozialpädagogen, Schulpsychologen, Erzieher sowie mehr Sprachförderkräfte – und das verbindlich an jeder Schule. "Ich stand zehn Jahre im Klassenzimmer. Das Schlimmste ist, wenn man als Lehrkraft genau weiß, welche Unterstützung bestimmte Kinder und Jugendliche brauchen – und es schlicht kein Personal dafür gibt", sagte Bäumler.

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