Erwartet wird, dass Klingbeil versuchen wird, für sich und Bas größtmögliche Rückendeckung der Parteigranden zu organisieren. Durch die Turbulenzen bei der Union und die Spekulationen um einen Austausch von Kanzler Friedrich Merz (CDU) will Klingbeil die SPD als Stabilitätsanker der Regierung positionieren. Mit einer Rückendeckung von den früheren Vorsitzenden und einem möglichen Signal der Geschlossenheit dürfte es für die aktuelle Spitze auch einfacher werden, die am Dienstag anstehende Sitzung der Bundestagsfraktion schadlos zu überstehen. Auch hier gibt es wachsenden Unmut, wegen der desaströsen Zustimmungswerte zu der Regierung.
Nicht eingeladen wurden nach SZ-Informationen unter anderem Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine. Die Liste der noch lebenden früheren SPD-Vorsitzenden ist lang. Es sind: Björn Engholm, Rudolf Scharping, Oskar Lafontaine, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Matthias Platzeck, Kurt Beck, Sigmar Gabriel, Martin Schulz, Andrea Nahles, Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. An dem Treffen nimmt auch eine Reihe weiterer Funktionäre teil. In der Parteizentrale wurde versucht, die Bedeutung herunterzuspielen: Es gebe da keinen direkten Zusammenhang zum Wahlsonntag und den möglichen Folgen.