Rechtsextremismus sei die Form von Terrorismus, von Gewalt, die in der Geschichte der Bundesrepublik kontinuierlich da gewesen sei, sagte Rabe und erinnerte beispielsweise an die NSU-Morde. Sie kritisierte das Selbstbild, man sei antifaschistisch und Erinnerungsweltmeister, das den Blick dafür verstelle, wie kontinuierlich rechtsextreme Gewalt sei und wie viele Tote und Verletzte sie verursache.
Rabe erzählte von engagierten Bürgerinitiativen im Osten, etwa in Görlitz, die ein hohes Problembewusstsein hätten, weil sie sich schon lange mit Rechtsextremismus auseinandersetzten. Diese Menschen erlebten Bedrohungen im Alltag und hätten Angst vor Kürzungen, die den Verlust ihrer Räume und Schutzorte zur Folge haben könnten, besonders in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, wo die AfD Vereine gezielt ins Visier nehme.
Zwar sagte Rabe, es gebe auch angesichts der politischen Entwicklungen weltweit wenig Grund für Zuversicht. Doch was ihr imponiere, seien die Menschen im ländlichen Raum in Ostdeutschland, die sich nicht entmutigen ließen. Diese laute und vielfältige Zivilgesellschaft sei der wesentliche Unterschied zu den 90er und Nuller Jahren. Da sei etwas vorangegangen und das seien echt starke Leute.