Am Montagvormittag kommen die CDU-Spitzengremien in Berlin zusammen, um über die Folgen des erstmaligen Ausscheidens aus einem Landesparlament in der Geschichte der Bundesrepublik zu beraten. Gegen 13:30 Uhr will der Kanzler dann vor die Presse treten. Noch am Wahlabend hatte sich Merz nach den ersten Prognosen, die die CDU noch über der Fünf-Prozent-Hürde gesehen hatten, an die Öffentlichkeit gewandt und für seinen Reformkurs geworben. Zudem hatte er bekräftigt, sowohl als Kanzler als auch als Parteichef im Amt bleiben zu wollen. Ob er damit die Rufe nach einem Kanzlertausch beschwichtigen kann, ist aber fraglich. Spannend wird am Dienstag auch die Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag, wo dem Kanzler weiterer Gegenwind droht.
Die CDU war am Sonntag nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern mit 4,9 Prozent aus dem Landtag geflogen, sondern war auch in Berlin auf 18,8 Prozent abgerutscht und damit klar hinter die Linke (25,7 Prozent) gefallen. Damit dürfte sie wohl aus der Regierung fliegen, auch wenn eine Kenia-Koalition unter CDU-Führung rechnerisch möglich wäre.