Landgericht Hamburg soll Urteil nach Messerangriff in Billstedt verkünden

Landgericht Hamburg soll Urteil nach Messerangriff in Billstedt verkünden - (Foto: Polizei (Archiv))
Das Landgericht Hamburg soll am Donnerstag das Urteil gegen drei Angeklagte im Prozess um einen versuchten Totschlag nach einem Messerangriff in Billstedt verkünden. Die Gerichtspressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichts teilte am Montag mit, dass die Beweisaufnahme gegen I.O., F.O. und D.S. geschlossen ist. Am Mittwoch soll zunächst der Schlussvortrag der Verteidigung von D.S. gehört werden. Die Staatsanwaltschaft hat für I.O. eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und vier Monaten beantragt, für F.O. und D.S. jeweils sieben Jahre und zehn Monate.
Die Verteidigung von I.O. hält eine Freiheitsstrafe von unter sieben Jahren für angemessen; die Verteidigung von F.O. plädierte für eine Verurteilung lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung zu zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Nach der Anklage soll zwischen der Familie des Geschädigten E. und der Familie von I.O. und F.O. seit längerer Zeit Streit bestanden haben. Am frühen Abend des 3. Januar 2024 sollen die fünf Angeklagten E. in Billstedt angegriffen haben. Als E. in den Verkaufsraum einer Tankstelle an der Billstedter Hauptstraße flüchtete, folgten ihm die Angreifer und drängten ihn in den hinteren Bereich. Dort soll I.O. mit einem Messer auf E. eingestochen haben. Der Geschädigte erlitt Stichverletzungen und einen sauerstoffmangelbedingten Hirnschaden; er verlor fast vollständig sein Sprechvermögen und leidet seit dem Vorfall an einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. Der frühere Mitangeklagte K. wurde bereits am 29. Mai in einem abgetrennten Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Verfahren gegen den früheren Mitangeklagten B.S. ist ebenfalls abgetrennt; dort ist die Beweisaufnahme noch nicht abgeschlossen.

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