Die Initiative NOlympia Hamburg wirft dem Hamburger Senat vor, mit Unterrichtsmaterialien zur Olympiabewerbung gegen Grundsätze der politischen Bildung zu verstoßen. Die Gruppe teilte mit, dass die von der Behörde für Inneres und Sport verteilten Materialien einseitig und werblich gestaltet seien und das Gebot der Kontroversität im Schulunterricht missachteten. Konkret kritisiert wird, dass die Unterlagen für die Jahrgänge 8 bis 13 hauptsächlich auf die offizielle Bewerbungsseite und olympiafreundliche Quellen verweisen.
Laut NOlympia werden zentrale demokratische Instrumente wie das zivilgesellschaftliche Stellungnahmeverfahren, das auch für das anstehende Bürgerschaftsreferendum genutzt wird, in den Materialien nicht behandelt.
Pressesprecher Eckart Maudrich bemängelte, die Schulbehörde habe der 'Olympiawerbeabteilung' direkten Zugang zu Lehrkräften ermöglicht und sachlich teils falsche Informationen verbreitet. Zudem sei eine für 2015 durchgeführte Schultour mit Pro- und Contra-Diskussionen für 2026 abgelehnt worden.
Die Initiative beruft sich auf den Beutelsbacher Konsens, der eine Indoktrination von Schülern verbietet und eine kontroverse Darstellung politischer Themen fordert. NOlympia hatte im Februar knapp 20.000 Unterschriften für eine kritische Stellungnahme zum Olympia-Referendum eingereicht. Das Referendum über eine Bewerbung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 findet am 31. Mai statt.
Kritik an Olympia-Unterrichtsmaterialien in Hamburg
über dts Nachrichtenagentur
16. März 2026 - 08:20 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland