Im isländischen Referendum über eine Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche haben sich die Gegner durchgesetzt. Nach Auszählung fast aller Stimmen kam das Nein-Lager am Sonntag auf 52,5 Prozent der Stimmen, während 47,5 Prozent für die Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche stimmten.
Damit fiel das Ergebnis etwas deutlicher als erwartet aus. Zwar fehlten zunächst noch die finalen Ergebnisse aus einem Wahlkreis, der öffentlich-rechtliche Sender RÚV kam jedoch zu dem Schluss, dass der Vorsprung der Gegner uneinholbar ist.
Island und die EU sind unter anderem durch Islands Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum und die Teilnahme am Schengen-Raum eng miteinander verbunden.
Von 2010 bis 2015 war das Land Beitrittskandidat. Zur Begründung der Rücknahme des Beitrittsantrags hieß es damals, dass den Interessen Islands außerhalb der EU besser gedient sei.
Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, sowie der Ukraine-Krieg hatten zuletzt allerdings neues Momentum für eine Wiederaufnahme des Prozesses ausgelöst. Bei dem Referendum war ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider Lager erwartet worden. Gegner des EU-Beitritts verwiesen insbesondere auf den wirtschaftlich bedeutsamen Fischereisektor, der wohl nach einem Beitritt einer stärkeren Regulierung von außen unterworfen wäre.
Isländer stimmen gegen Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche
über dts Nachrichtenagentur
30. August 2026 - 10:24 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland