Ostdeutschland fällt der IW-Studie zufolge gleich bei mehreren Indikatoren zurück oder kommt nicht voran. So sinke etwa die Erwerbsbeteiligung. Gemessen an der Gesamtbevölkerung habe der Osten 2010 noch knapp 89 Prozent des Westniveaus erreicht, 2025 nur noch gut 85 Prozent, heißt es in der Studie weiter. Auch die Investitionen seien ins Stocken geraten: Beim Wert aller Maschinen, Fabriken, Straßen und Gebäuden je Einwohner - also dem Kapitalstock - holt der Osten seit 15 Jahren kaum noch auf. 2010 lag er laut der IW-Studie bei knapp 77 Prozent des Westniveaus, 2025 bei gut 79 Prozent. Beim Personal in Forschung und Entwicklung erreiche der Osten nur gut 46 Prozent des Westniveaus.
Zwar könnten die neuen Bundesländer auch Achtungserfolge vorweisen, etwa die Ansiedlung des Tesla-Werks im brandenburgischen Grünheide, das europaweit führende Chip-Cluster in Dresden oder den Ausbau der erneuerbaren Energien. Pessimistisch stimme allerdings die besonders ungünstige demografische Struktur. Nach Bevölkerungsprognosen schrumpfe die Bevölkerung im Osten bis 2045 in einem Szenario ohne Zuwanderung um mehr als ein Fünftel - deutlich stärker als im Westen, heißt es in der IW-Studie, über die die "Rheinische Post" berichtet.
Die ostdeutschen Länder seien deshalb noch stärker als ihre westlichen Nachbarn auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Dass diese Offenheit für Zuwanderung nach den jüngsten Wahlergebnissen infrage steht, trübe den Ausblick. Und ebenso wenig Rückenwind dürfte die dortige Wirtschaft von den Vorstößen ihrer Ministerpräsidenten bekommen, die Rente mit 63 beizubehalten. Denn mit seiner Bevölkerungsstruktur sei der Osten besonders darauf angewiesen, erfahrene Beschäftigte länger im Job zu halten, schreibt das IW.