Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, begrüßt die Pläne von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), die Bonuszahlungen für Bahnmanager stärker an konkrete Ziele zu knüpfen. Zugleich fordert er den Bund auf, nicht nur Druck auf den Konzern auszuüben, sondern auch seine eigenen Aufgaben zu erfüllen.
"Grundsätzlich ist es richtig, wenn der Eigentümer eindeutige Vorgaben macht und diese auch kontrolliert", sagte Naumann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Daran habe es in der Vergangenheit gefehlt.
Gleichzeitig müsse der Bund der Bahn ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen und deren zielgerichtete Verwendung kontrollieren. Auch daran fehlte es in der Vergangenheit.
Auch der Verkehrsminister müsse für eine ausreichende Finanzierung sorgen und für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Straße eintreten. In vielen Dingen sei die Bahn gegenüber der Straße auch rechtlich benachteiligt, sagte Naumann. Als Beispiele nannte er unterschiedliche Vorgaben für den Abstand von Bäumen zu Autobahnen und Bahnstrecken sowie Unterschiede bei der Finanzierung von Infrastrukturplanungen.
Zudem müsse der Bund Strukturen innerhalb der Bahn überprüfen, die einer pünktlichen Fahrt entgegenstünden. Bei nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) liefen viele Dinge dank schlankerer Strukturen besser. Auch die Rolle des Eisenbahn-Bundesamtes müsse unter die Lupe genommen werden. "Zusammengefasst: politischer Druck ist auf das Unternehmen notwendig, aber die Politik muss auch ihre Aufgaben erledigen", sagte Naumann.
Fahrgastverband begrüßt Bonuspläne für Bahnmanager
über dts Nachrichtenagentur
09. August 2026 - 12:30 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland