"Eine Frau als Bundespräsidentin ist eine sympathische Vorstellung, doch ist es ein politischer Sachzwang?", sagte Di Fabio dem Tagesspiegel. "Die meisten Menschen denken nicht in Gruppen- oder Geschlechterparitäten", so Di Fabio. Wenn jemand aufgrund von Gruppenmerkmalen benachteiligt werde, müsse das Recht gewiss intervenieren.
Di Fabio verglich: "Anfang der 1970er wollten ein paar Aktivisten Quoten für Arbeiterkinder einführen, weil sie in Führungspositionen unterrepräsentiert waren. Das hat mich nicht überzeugt." Im Mittelpunkt der Verfassungsordnung stehe der einzelne Mensch mit seinen Fähigkeiten und Stärken, mit seiner Verletzlichkeit und seinen Schwächen, mit seiner Persönlichkeit.