"Die Anleger in Frankfurt setzen weiterhin auf eine nachhaltige Deeskalation des Krieges im Nahen Osten. Ihre Hoffnung spiegelt sich im Ölpreis wider und die Sorte Brent nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. Der Schmerzbereich sei damit zwar noch nicht verlassen, die Richtung stimme aus Sicht der Aktienmärkte aber wieder.
"Für Inflation und Geldpolitik sind ohnehin weniger kurzfristige Preisspitzen als vielmehr dauerhaft hohe Energiepreise entscheidend. Je schneller und nachhaltiger sich Brent wieder unter 100 Dollar bewegt, desto geringer wird der Druck auf Inflation, Notenbanken und Anleihemärkte", so der Marktanalyst weiter.
"Zusammengehalten wird dieses fragile Marktgefüge weiterhin von der Hoffnung auf ein anhaltendes Wachstum im KI-Sektor. Solange die Anleger an die langfristigen Ertrags- und Wachstumsperspektiven der Branche glauben, bleiben die hohen Bewertungen verkraftbar. Ein echter Glaubensbruch bei der KI-Story könnte dagegen zum Auslöser einer größeren Korrektur werden", so Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1331 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8825 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.161 US-Dollar gezahlt (+1,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 118,06 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 104,20 US-Dollar, das waren 108 Cent oder 1,0 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.