Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat nach einem Austausch mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), eine Präventionsoffensive gegen Drogen und klare Korrekturen bei der Cannabis-Politik gefordert. Das teilte die Fraktion am Donnerstag mit.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die zunehmenden Gefahren durch Kokain, Crack und neue synthetische Substanzen sowie die Frage, ob die aktuelle Cannabis-Politik den Ansprüchen von Gesundheits- und Jugendschutz gerecht werde.
Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Holetschek, betonte, die bayerische Drogen- und Suchtpolitik stütze sich auf den Dreiklang aus Prävention, Repression und Hilfe. Bei Cannabis erlebe man jedoch gesellschaftliche Verharmlosung.
Drogenpolitik müsse sich an der Lebensrealität junger Menschen und medizinischer Evidenz orientieren. Auch bei Alkohol, Tabak und Nikotin seien höhere Preise sinnvoll, um junge Menschen vor Abhängigkeit zu schützen. Die zusätzlichen Einnahmen aus einer höheren Tabaksteuer müssten der Gesundheitsvorsorge zugutekommen.
Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege, forderte einen verbindlichen Präventionspakt von Bund, Ländern, Kommunen und Gesundheitswesen. Beim Thema Cannabis müsse man zum Status vor der Legalisierung zurückkehren. Streeck erklärte, die Drogenmärkte veränderten sich rasant. Hinter den 2.150 Drogentoten stünden Menschen, Familien und Freunde. Man brauche verlässliche Prävention, ein leistungsfähiges Frühwarnsystem und spezialisierte Hilfen für Kokain- und Crackabhängige. Die Legalisierung dürfe nicht zur gesellschaftlichen Normalisierung des Konsums führen, schon gar nicht bei Kindern und Jugendlichen.
CSU-Fraktion fordert nach Gespräch mit Streeck Präventionsoffensive gegen Drogen
über dts Nachrichtenagentur
30. Juli 2026 - 18:15 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland