Rüstungsunternehmen haben im ersten Halbjahr 2026 bereits 34,1 Millionen Euro an Vertragsstrafen an die Bundeswehr zahlen müssen. Das geht aus Unterlagen hervor, über die die "Welt am Sonntag" berichtet.
Das Verteidigungsministerium arbeitet zugleich an neuen Regeln, mit denen Rüstungsfirmen bei Problemen noch schneller und härter sanktioniert werden sollen. Eine interne Arbeitsgruppe soll demnach Vorschläge erarbeiten, wie Vertragsstrafen wirksamer eingesetzt werden können.
Nach Angaben des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) wurden seit 2022 bei knapp 1.500 Projekten größere Mängel bei Rüstungsunternehmen festgestellt.
Dafür wurden Vertragsstrafen von insgesamt knapp 150 Millionen Euro fällig.
Gründe für die Vertragsstrafen im laufenden Jahr sind nach den vorliegenden Angaben verspätete Lieferungen, das Verfehlen wichtiger Meilensteine, Qualitätsmängel und eine unzureichende Entwicklungsreife. Bis 2030 sollen kumuliert rund 700 Milliarden Euro in Rüstung investiert werden.
Laut der "Welt am Sonntag" sollen unter anderem beim Rheinmetall-Konzern Mängel bei Lieferzeiten und Qualität dokumentiert worden sein. Das Unternehmen teilte auf Anfrage mit, derartige Informationen über Verträge mit der Bundeswehr unterlägen Vertraulichkeitsvereinbarungen. Man könne keine Auskunft geben. Betroffen seien laut Bericht unter anderem das Drohnenabwehrsystem "Skyranger", der "Schwere Waffenträger Infanterie", das Luftlandefahrzeug "Caracal" und der Pionierpanzer "Kodiak".
Bundeswehr kassiert 34 Millionen Euro Vertragsstrafen
über dts Nachrichtenagentur
22. August 2026 - 07:00 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland