Bundespolizei zieht Bilanz des Oktoberfest-Einsatzes in München

Bundespolizei zieht Bilanz des Oktoberfest-Einsatzes in München - (Foto: Oktoberfest (Archiv))
München - Die Bundespolizei hat kurz vor dem Ende des 191. Münchner Oktoberfestes eine positive Bilanz ihres Einsatzes gezogen. Das teilte die Bundespolizeidirektion München mit. Über 16 Tage hinweg sorgten zu Spitzenzeiten bis zu 230 Bundespolizisten für Sicherheit im Münchner Bahnbereich.

Trotz des hohen Besucheraufkommens blieb die Lage an den Einsatzschwerpunkten insgesamt geordnet. Im Fokus standen der Münchner Hauptbahnhof, der Haltepunkt Hackerbrücke und die S-Bahn-Stammstrecke. Zu den Hauptan- und -abreisezeiten zeigte die Bundespolizei dort starke Präsenz, um Straftaten zu verhindern, Gefahren frühzeitig zu erkennen und bei Störungen schnell reagieren zu können.

Zu Überfüllungssituationen kam es an den Einsatzschwerpunkten nicht. Die enge Abstimmung zwischen Bundespolizei, DB Sicherheit, den benachbarten Inspektionen des Polizeipräsidiums München und weiteren Sicherheitspartnern bewährte sich.

Ein wichtiger Bestandteil des Einsatzkonzepts war die Kommunikation mit den Wiesnbesuchern. Die Einsatzkräfte waren sichtbar präsent, standen Reisenden als Ansprechpartner zur Verfügung, gaben Orientierung und erklärten polizeiliche Maßnahmen.

Besonders an der Hackerbrücke spielte die direkte Ansprache eine wichtige Rolle. Kommunikationskräfte unterstützten mit Lautsprecherkraftwagen und gezielten Durchsagen. Insgesamt registrierte die Bundespolizei während des Oktoberfestes 441 Straftaten.

Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es 482, ein Rückgang um 9 Prozent. Unter den Delikten befanden sich 69 Körperverletzungen, im Vorjahr 94, darunter 13 gefährliche Körperverletzungen, im Vorjahr 19. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte ging um rund 27 Prozent zurück.

Gegenläufig entwickelten sich Straftaten gegen Einsatzkräfte: Die Zahl der Widerstände stieg von 10 auf 15, die der tätlichen Angriffe von drei auf sieben. Im Bereich der Sexualdelikte wurde eine Straftat erfasst.

Hinzu kamen 61 Diebstähle, 41 Beleidigungen und 70 Sachbeschädigungen. Die Bundespolizei nahm 28 Personen fest oder in Gewahrsam und sprach 220 Platzverweise aus. In 216 Fällen leisteten Einsatzkräfte Erste Hilfe, häufig bei Personen, die aufgrund starken Alkoholkonsums Unterstützung benötigten.

In 106 Fällen griffen Bundespolizisten ein, um Auseinandersetzungen zu beenden oder eine weitere Eskalation zu verhindern. Auch wegen Personen im Gleis mussten Einsatzkräfte wiederholt tätig werden.

Insgesamt wurden 20 Fälle registriert. Wegen sieben gefährlicher Eingriffe in den Bahnverkehr leitete die Bundespolizei strafrechtliche Ermittlungen ein. Für die Bewältigung des Einsatzes wurde die Bundespolizeiinspektion München von Einsatzkräften aus dem gesamten Bundesgebiet unterstützt.

Zu Spitzenzeiten waren bis zu 230 Bundespolizisten gleichzeitig im Münchner Bahnbereich im Einsatz. Der Einsatzleiter der Bundespolizei, Steffen Quaas, sagte: "Gute Kommunikation kann viele Situationen entspannen, bevor überhaupt ein Problem entsteht."

Die Wiesn verlange den Kollegen 16 Tage lang viel ab, sagte Quaas. Sie müssten aufmerksam sein, schnell reagieren und auch dann ruhig und ansprechbar bleiben, wenn es um sie herum laut und voll werde.

Sein Dank gelte auch den Unterstützungskräften aus dem gesamten Bundesgebiet. Ohne diese Unterstützung wäre ein Einsatz dieser Größenordnung nicht zu stemmen.

Genauso wichtig sei die Zusammenarbeit vor Ort. Die endgültige Bilanz der Bundespolizei wird nach Abschluss und Auswertung des Oktoberfesteinsatzes vorliegen.


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