Der Tatverdächtige im Fall des Brandanschlags auf ein jüdisches Seniorenheim in München, bei dem im Februar 1970 sieben Menschen starben, war offenbar schon einmal im Visier der Ermittler.
Wie der "Spiegel" berichtet, hatte die Justiz wegen des Anschlags bereits Anfang der Siebzigerjahre gegen den Neonazi und vorbestraften Einbrecher aus München ermittelt. Hintergrund war der Hinweis eines Gefängnisinsassen an die Behörden. Der Mann hatte damals angegeben, mit dem seinerzeit in anderer Sache inhaftierten Bernd V. eine Zelle geteilt zu haben.
Dort habe V. ihm andeutungsweise erzählt, dass er der gesuchte Brandstifter im Fall des jüdischen Altenheims sei.
Nach Informationen des "Spiegel" leitete die Staatsanwaltschaft aufgrund des Hinweises ein Ermittlungsverfahren gegen Bernd V. ein und führte am 18. Juli 1972 eine Beschuldigtenvernehmung durch. Dabei soll V. die Vorwürfe bestritten haben.
Am Ende reichten die belastenden Angaben des Mithäftlings nicht aus, um V. zu überführen - die Ermittlungen gegen ihn wurden 1974 eingestellt. Erst 2025, durch die Aussage einer neuen Zeugin, erhielten die Ermittler einen zweiten, unabhängigen Hinweis auf Bernd V. als mutmaßlichen Täter. Dieser war jedoch bereits im Juni 2020 gestorben.
Brandanschlag in München: Verdächtiger schon 1972 befragt
über dts Nachrichtenagentur
20. August 2026 - 10:48 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland