Baden-Württemberg will Biomüll stärker zur Energiegewinnung nutzen

Baden-Württemberg will Biomüll stärker zur Energiegewinnung nutzen - (Foto: Kompost (Archiv))
Die kommunalen Abfallentsorger in Baden-Württemberg haben im Jahr 2025 insgesamt rund 7,69 Millionen Tonnen Abfall beseitigt. Das waren knapp 0,8 Millionen Tonnen beziehungsweise 9 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit. Hauptgrund sei der anhaltende Rückgang der kommunal entsorgten Baumassenabfälle, ihre Menge sank von 2024 auf 2025 um 22 Prozent.
Zugleich ging die Menge der häuslichen Abfälle leicht von 338 auf 334 Kilogramm pro Kopf und Jahr zurück. Erstmals seien fast 80 Prozent der getrennt erfassten häuslichen Bioabfälle zur Energiegewinnung eingesetzt worden, hieß es weiter. Der Bioabfall werde in Vergärungsanlagen zu Biogas umgewandelt, die Gärreste zu Düngemitteln verarbeitet. Die Landesregierung will die Biomasse-Menge bis 2030 von 55 auf 80 Kilogramm pro Einwohner und Jahr steigern, indem der Bioabfall-Anteil im Restmüll halbiert wird. Die Biogaserzeugung stiege dadurch um 84 Prozent; damit könnten 2030 275.000 Menschen mit Strom und Wärme aus Bioabfall versorgt werden. Umweltministerin Thekla Walker sagte: "Abfall ist in weiten Teilen kein Müll, sondern eine Ressource." Die durchschnittlichen Abfallgebühren steigen nach Ministeriumsangaben um 5,6 Prozent, Baden-Württemberg bleibe aber im Bundesvergleich relativ günstig. Als Gründe nannte das Ministerium Gehaltssteigerungen und höhere Spritkosten für Müllfahrzeuge. Weitere Ziele sind ein besserer Einsatz von Recycling-Beton im Bauwesen und die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Vom Bund und der EU fordert das Land ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten, weil deren Akkus Brände in Müllanlagen auslösen können, sowie eine erweiterte Herstellerverantwortung bei Textilien.

Anzeigen

Für Pressemitteilungen - Werbung - Veranstaltungen - Künstler - Models