Arbeitslosigkeit in NRW steigt im August auf über 800.000

Arbeitslosigkeit in NRW steigt im August auf über 800.000 - (Foto: Bundesagentur für Arbeit (Archiv))
Die Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen ist im August auf 808.970 gestiegen. Das teilte die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Düsseldorf mit. Gegenüber dem Vormonat waren das 15.815 Personen oder 2,0 Prozent mehr, gegenüber dem Vorjahr 5.155 Personen oder 0,6 Prozent mehr.
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent. Nach Angaben der Behörde fiel der Anstieg stärker aus als in den Vormonaten erwartet. Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion, nannte dafür saisonale und konjunkturelle Gründe. Die Sommerferien und das Ende vieler Ausbildungsgänge hätten die Arbeitslosigkeit belastet; fast 8.000 Menschen seien nach dem Abschluss von Qualifizierungsmaßnahmen zunächst wieder arbeitslos geworden. Zugleich bleibe das Ausgangsniveau hoch, weil die Wirtschaft seit Jahren unter Druck stehe. Für den Herbst erwartet Strangfeld jedoch eine Belebung: „Jetzt beginnt die Zeit der Herbstbelebung“, sagte er. Wann wieder weniger als 800.000 Menschen arbeitslos gemeldet seien, hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Unter den jungen Menschen unter 25 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit im dritten Monat in Folge. 79.821 waren im August registriert, 5,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; drei Viertel von ihnen hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Unterbeschäftigung, die auch Teilnehmer von Maßnahmen umfasst, lag mit 961.673 Personen um 0,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Arbeitsmarkt zeigte sich nach Angaben der Regionaldirektion zugleich stabil bei den Neueinstellungen. 29.212 neue offene Stellen wurden im August gemeldet, 10,2 Prozent mehr als im Vormonat und 21,3 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Insgesamt waren 161.196 Stellen gemeldet. Die Nachfrage nach Fachkräften bleibe hoch: Auf 100 offene Stellen für Fachkräfte mit dualer Ausbildung kamen 222 Arbeitslose mit einer solchen Qualifikation; bei Helfertätigkeiten waren es rechnerisch 1.769 Arbeitslose. In allen sechs Arbeitsmarktregionen des Landes stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat. Am stärksten fiel der Anstieg im Münsterland aus (plus 3,6 Prozent), am niedrigsten war dort auch die Quote mit 5,1 Prozent. Im Ruhrgebiet stieg die Quote auf 10,8 Prozent, im Bergischen Land lag sie mit 7,9 Prozent knapp unter dem Landesschnitt. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ging zuletzt leicht zurück: Im Juni waren es 7.348.400, rund 1.800 weniger als ein Jahr zuvor.

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