Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Beaufsichtigung der Geheimdienste, Marc Henrichmann (CDU), schließt einen hybriden Angriff auf die EU als Ursache für den Ansturm von Migranten aus Marokko auf die spanische Exklave Ceuta nicht aus. „Eine Ursache könnte die Spannungen zwischen Spanien und Marokko sein, auf die Marokko jetzt wie bereits im Jahr 2021 durch den gesteuerten Ansturm reagiert hat“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es könnte ebensogut Schleuserbanden verantwortlich sein. Und schließlich könnte es zutreffen, was die Ukrainer sagen: Dass Russland den Ansturm durch Social-Media-Bots initiiert hat, um die EU unter Druck zu setzen.
Alle drei Varianten seien plausibel, sagte der CDU-Politiker. Aber die Smoking Gun fehlt noch. Henrichmann sagte, man müsse auf jeden Fall von Balten, Polen und Skandinaviern lernen, wenn es um die Aufdeckung solcher Hintergründe gehe. Sie können Migration als Waffe schon lange. Darüber hinaus kann der Vorgang dazu führen, dass man durch gezielte Desinformationen eine Riesen-Wirkung erzielen kann. Man sollte deshalb nicht alles, was man sehen und lesen, vorbehaltlos glauben. Die EU funktioniere nur, wenn alle den Außengrenzschutz ernst nehmen. Der PKGr-Chef mahnte, der gesamte Vorgang sei „ein abermaliger Warnschuss, der große Hausaufgaben mit sich bringt. Wir müssen sie erledigen.“