Potsdams Bürgermeister Exner kündigt Ruhestand für Frühjahr 2027 an

Potsdams Bürgermeister Exner kündigt Ruhestand für Frühjahr 2027 an - (Foto: Potsdam (Archiv))
Potsdam - Potsdams Bürgermeister Burkhard Exner will im Frühjahr 2027 in den Ruhestand gehen. Das teilte die Landeshauptstadt Potsdam am Montag mit.

Nach 25 Jahren in kommunalen Führungsaufgaben bei der Stadt endet damit eine außergewöhnlich lange kommunale Tätigkeit. Exner vollendet im März 2027 das 69. Lebensjahr. Die Entscheidung hat er nach eigenen Angaben nach bewusster Abwägung getroffen – zwischen der Verantwortung für sein Amt, den aktuellen Herausforderungen und den Belangen seiner Familie.

Auch sein Alter und der Wunsch, noch Neues zu entdecken und mehr Zeit für andere Perspektiven zu gewinnen, spielten eine Rolle. "Nach dann fast 25 Jahren in kommunalen Führungsaufgaben bei der Landeshauptstadt und zuvor beim Landkreis Havelland, insgesamt fast 27 Jahre im Wahl-Amt, ist für mich der Zeitpunkt gekommen, in den Ruhestand zu wechseln", wird Exner zitiert.

Seine Aufgabe sei ihm mehr als ein Beruf gewesen; er wolle sie zu einem guten Abschluss führen. Seit seinem Wechsel vom Landkreis Havelland nach Potsdam im Jahr 2002 hat Exner die Entwicklung der Stadt maßgeblich begleitet und vor allem das Haushalts- und Finanzgeschehen mitgestaltet. Ihm sei es nie allein um Zahlen gegangen, sondern um die Handlungsfähigkeit der Stadt und die Verantwortung für die Bürger.

Er habe Potsdam in Zeiten finanzieller Herausforderungen, gesellschaftlicher Veränderungen und Krisen begleitet. Seine Finanzpolitik habe langfristige Stabilität und soziale Verantwortung verbunden und sei von sozialdemokratischen Grundwerten geprägt gewesen. In einem Rückblick erinnerte Exner daran, dass Potsdam 2002 Haushaltssicherungskommune war und vor enormen finanziellen Problemen stand.

Gemeinsam sei es gelungen, diese Situation zu überwinden und die Stadt zu einer der lebenswertesten Städte Deutschlands zu entwickeln. Als Beispiele für Herausforderungen nannte er die Einführung der Doppik und des Bürgerhaushalts, ein großes Schulbauprogramm, die Aufnahme vieler Geflüchteter und die Corona-Pandemie.

Heute stehe Potsdam erneut vor großen finanziellen Herausforderungen. Er wolle noch seinen Beitrag leisten, damit ein tragfähiger Haushalt beschlossen werden kann.

Danach sei für ihn der richtige Zeitpunkt für einen neuen Lebensabschnitt gekommen. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel würdigte die langjährige Arbeit Exners. 25 Jahre kommunale Verantwortung allein in Potsdam seien ein besonderer Anlass, Danke zu sagen.

Sie habe seine Entscheidung, im kommenden Frühjahr in den Ruhestand zu wechseln, in den vergangenen Tagen mitgeteilt bekommen. Der gemeinsame Fokus liege nun auf der Planung und Aufstellung eines vertretbaren Haushalts für die Landeshauptstadt.

Ein tragfähiger Doppelhaushalt könne nur im engen Schulterschluss aufgestellt werden; es sei noch nicht die Zeit des Abschieds. Exner wurde am 23. März 1958 geboren. Nach dem Jurastudium und dem Zweiten Staatsexamen 1986 arbeitete er als Rechtsanwalt und als Gewerkschaftssekretär bei der ÖTV, bevor er 1991 in die öffentliche Verwaltung zum Landkreis Nauen wechselte, dem späteren Landkreis Havelland.

Dort baute er als Leiter des Rechtsamts und Justiziar das Rechtsamt auf und wurde zum Ersten Beigeordneten und stellvertretenden Landrat gewählt. Im Jahr 2002 schlug ihn der damalige Oberbürgermeister Matthias Platzeck als Beigeordneter der Landeshauptstadt Potsdam vor; am 5. Juni 2002 wurde er gewählt.

Seit August 2002 war er Beigeordneter, seit 2006 Bürgermeister. Er stand den Oberbürgermeistern Matthias Platzeck, Jann Jakobs und Mike Schubert sowie Oberbürgermeisterin Noosha Aubel zur Seite. Mit dem Ausscheiden Exners wird die Landeshauptstadt im kommenden Jahr zwei Beigeordnetenstellen neu besetzen.

Die Beigeordnete Brigitte Meier geht im Juli 2027 nach Ablauf ihrer Amtszeit in den Ruhestand. Beide Stellen sollen zeitnah ausgeschrieben und möglichst zeitgleich durch die Stadtverordneten neu besetzt werden, um einen nahtlosen Übergang in der Verwaltungsspitze zu gewährleisten.

Bis zu seinem Ausscheiden im Frühjahr 2027 stehe für Exner die Arbeit im Mittelpunkt, insbesondere die aktuellen Haushaltsberatungen.


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