Angespannte wirtschaftliche Lage der Schweinehalter in Brandenburg

Angespannte wirtschaftliche Lage der Schweinehalter in Brandenburg - (Foto: Warnschild Afrikanische Schweinepest (Archiv))
Seddiner See - Beim Tag des Schweinehalters in Seddiner See hat Agrarstaatssekretär Stephan Nickisch auf die angespannte wirtschaftliche Lage der Schweinehalter in Brandenburg hingewiesen. Das teilte das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz am Dienstag mit. Viele Betriebe wirtschafteten seit längerer Zeit unter Kostendruck, bei aktuellen Preisrückgängen würden vielfach nicht einmal mehr die Betriebskosten gedeckt, sagte Nickisch.

Ob konventionelle Haltung oder ökologische Verfahren, gegenwärtig biete kein Haltungssystem eine wirtschaftlich auskömmliche Perspektive für die Schweinehaltung. Die Zahlen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg belegen einen weiteren Rückgang des Schweinebestandes in Brandenburg. Zum Stichtag 3. Mai wurden rund 529.000 Schweine gehalten.

Das waren knapp 56.000 Tiere oder 9,5 Prozent weniger als im November 2025. Die Zahl der Schweine haltenden Betriebe sank von 120 auf 105, ein Minus von 13 Prozent. 2011 gab es in Brandenburg noch 225 solcher Betriebe. Nickisch sprach sich für eine verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung aus.

Sie gebe Verbrauchern Orientierung und schaffe Vertrauen und Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette. Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein System, das nur bestimmte Produktgruppen umfasse und Lücken bei Importwaren und Außer-Haus-Verpflegung lasse, biete aber nicht die erforderliche Transparenz. Wenn die Kennzeichnung am Regal nicht verständlich und verlässlich kommuniziert werde und höhere Haltungsformen nicht zu höheren Erlösen für die landwirtschaftliche Urproduktion führten, bestehe die Gefahr, dass die deutschen Landwirte die Investitionskosten allein tragen, ohne dass der Markt dies honoriert.

Das Gesetz müsse praxistauglich überarbeitet und weiterentwickelt werden. Wer Tierwohl und regionale Erzeugung wolle, müsse auch dafür sorgen, dass sich diese Leistungen wirtschaftlich trügen. Mit Blick auf die Afrikanischen Schweinepest verwies das Ministerium darauf, dass die Schweinehaltung in Brandenburg seit mehr als fünf Jahren betroffen sei.

Um die Tierseuche weiter zurückzuhalten und einen erneuten Eintrag durch migrierendes Schwarzwild aus Polen zu verhindern, unterstütze das Ministerium mit der ASP-Förderrichtlinie die Landkreise und kreisfreien Städte bei der Aufrechterhaltung und Bewirtschaftung des ASP-Schutzkorridors. Die Maßnahmen hätten dazu beigetragen, die ASP im Land erfolgreich zurückzudrängen.

Für Mehrkosten der Schlachtung von Schweinen aus den Restriktionszonen der ASP-Gebiete seien über eine Landesrichtlinie rund 500.000 Euro an Schweinehalter ausgezahlt worden.


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