Zahlen, Klartext – und ein Abend, der Eindruck hinterlässt.

Reiner Holznagel und Jörg Schieferdecker. Foto: Björn Hensel

Bereits vor 18 Uhr füllte sich der Berlin Capital Club mit den ersten Gästen. Beim Stehempfang wurde nicht nur angestoßen, sondern auch intensiv „genetzwerkt“. Viele Besucher kannten das Format bereits aus den vergangenen Jahren – entsprechend vertraut und lebendig war die Atmosphäre. Wie gewohnt lief alles reibungslos, denn Ivo Herting von der AXA hatte den Abend erneut organisiert und begleitet. Wer ihn kennt, weiß: Wenn Herting organisiert, dann läuft’s. Punkt.

Jörg Schieferdecker, 1. Vorsitzender des BAC, begrüßte die Gäste und leitete in das Thema des Abends ein: „Diskussionen in der Bundespolitik, Wahlen in Berlin: Welche Weichenstellungen sind jetzt bei Steuer- und Finanzpolitik gefordert?“

Als Referenten begrüßte er Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland e.V. Holznagel verzichtete bewusst auf PowerPoint, Karteikarten oder andere Hilfsmittel – und legte einfach los. Ein Stil, den nur jemand wählen kann, der das Thema nicht nur kennt, sondern seit Jahren lebt.

In seinem Vortrag führte Holznagel durch die Entwicklung des Bundeshaushalts seit Gründung der Bundesrepublik, erläuterte die Verschuldung von Bund, Ländern und Kommunen und zeigte die Zusammenhänge zwischen Ausgabenpolitik, Sozialetats, Infrastruktur, Zinslasten und Reformdruck auf. Er machte deutlich: Deutschland hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Die staatlichen Aufgaben wachsen schneller als die Mittel, und die Reformbedarfe sind dringender denn je.

Damit die komplexen Zusammenhänge nicht zu einer trockenen Zahlenwanderung wurden, streute Holznagel persönliche Anekdoten ein – kleine Geschichten aus seinem Alltag, Begegnungen mit Bürgern und Erlebnisse aus Kommunen. Das Ergebnis: Ein Vortrag, der trotz der Materie flüssig, verständlich und überraschend unterhaltsam war. (Manch einer hätte sich gewünscht, dass der Bundeshaushalt selbst so flüssig wäre.)

Gegen Ende entwickelte sich eine lebhafte Fragerunde. Herr Jacobus, Aufsichtsratsvorsitzender der IDEAL Versicherung, eröffnete sie mit einem pointierten Beitrag. Danach folgten Prof. Dr. Hans‑Peter Schwintowski und Prof. Dr. Michael Ortmann, die das Thema aus juristischer und aktuarwissenschaftlicher Sicht vertieften. Es entstand eine Diskussion, die man getrost als „hochkarätig“ bezeichnen darf – und die beim anschließenden Fingerfood nahtlos weitergeführt wurde.

Ein Teilnehmer brachte es später augenzwinkernd auf den Punkt: „Der Abend war sehr informativ – und das Get‑together war kurzweilig, mit einer richtigen Currywurst gut abgerundet.“ Man könnte sagen: Wenn selbst die Currywurst zufrieden ist, war es ein guter Abend.

Bei gutem Buffet, einem Glas Wein und vielen Gesprächen klang der Herbstempfang aus. Ein Abend, der zeigte: Wenn der BAC einlädt, kommen nicht nur Gäste – es kommen Impulse, Austausch und echte Debatte.

Autor: Alfred Hampp

Quelle:


von

BAC - Berliner Assekuranz Club von 1877 e.V.

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