Wohnen in Berlin: Verdrängung einkommensschwacher Haushalte erreicht Berliner Stadtrand

Wohnen in Berlin: Verdrängung einkommensschwacher Haushalte erreicht Berliner Stadtrand - (Foto: Archivbild von dts)

Die Gentrifizierung hat offenbar die Berliner Arbeitersiedlungen am Stadtrand erreicht, wodurch ansässige Familien zunehmend unter Druck geraten. Eine am Montag veröffentlichte Analyse von Immowelt zeigt, dass in 89 von 93 untersuchten Berliner Ortsteilen die Warmmiete einer 90-Quadratmeter-Wohnung mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens einer Durchschnittsfamilie ausmacht. Besonders betroffen sind demnach Großsiedlungen wie die Gropiusstadt, Neu-Hohenschönhausen und Britz, wo die Mietbelastung bis zu 44,3 Prozent des Einkommens erreicht. In den traditionellen Arbeiterbezirken sind die Mietkosten bei Neuverträgen stark gestiegen, während die Einkommen der Bewohner nicht mithalten konnten. Dies führt dazu, dass kleinere und mittlere Einkommen zunehmend aus ihren Vierteln verdrängt werden.

Im Gegensatz dazu ist die Mietbelastung in teuren Kiezen wie Mitte oder Prenzlauer Berg geringer, da dort höhere Einkommen vorherrschen. Die Analyse zeigt, dass selbst am Stadtrand die Wohnkostenquote nur in wenigen Ortsteilen unter 30 Prozent liegt. In Staaken, dem Ortsteil mit der besten Quote, beträgt die Belastung 27,3 Prozent. Die Gentrifizierung hat somit nicht nur die Modeviertel, sondern auch die Peripherie Berlins erfasst und dürfte auch ein zentrales Thema bei der bevorstehenden Wahl zum Abgeordnetenhaus darstellen.


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