Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach macht den Glaubwürdigkeitsverlust seiner Partei für die Umfragewerte verantwortlich. "Wir haben nicht mehr die Glaubwürdigkeit, weil wir immer wieder Kompromisse eingehen müssen", sagte Krach dem Podcast "Berlin Playbook" des "Politico".
Die Verantwortung liege nicht bei einzelnen Parteichefs. Es sei eine Gesamtperformance der SPD, an der alle gemeinsam arbeiten müssten, sagte Krach auf die Frage nach der Rolle von Bärbel Bas und Lars Klingbeil.
Er wandte sich gegen weitere Personaldebatten. Man habe in den letzten Jahren häufig genug Parteivorsitzende und auch sonstige Personen ausgetauscht, so der SPD-Politiker. Das Kernproblem sei nicht das Personal, sondern dass sozialdemokratische Positionen in Regierungskoalitionen nicht durchgesetzt würden.
Zugleich übte Krach Kritik am Regierungshandeln der SPD. Die Partei setze sich zwar für eine Vermögensteuer ein, könne zentrale Vorhaben aber nicht durchsetzen. Die SPD müsse aufpassen, sich "nicht verstellen bis zur Unkenntlichkeit".
Einen Kurs Richtung Opposition lehnte Krach ab. Er sei der festen Überzeugung, dass Regieren immer besser sei, sagte er. Die Menschen erwarteten Antworten auf konkrete Probleme.
Für Berlin bekräftigte Krach seine Forderung nach einem Mietendeckel. "Ich möchte einen Mietendeckel hier in Berlin umsetzen. Ich kann das gerade nicht, weil es bundesgesetzlich dafür keine Mehrheit gibt", sagte der SPD-Spitzenkandidat. Kritik richtete er dabei an CDU-Chef Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder. "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass Markus Söder und Friedrich Merz das nicht unterstützen."
SPD-Kandidat erklärt Glaubwürdigkeitsverlust mit Kompromissen
über dts Nachrichtenagentur
28. August 2026 - 05:00 Uhr
Von Sophie Neumann - Berlin