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Kreativ durch die Krise: Berliner trotzen Stromausfall

Kreativ durch die Krise: Berliner trotzen Stromausfall. Foto von Michael Ukas/dpa

Tagelang ohne Strom: Das erleben gerade viele Menschen aufgrund des großen Stromausfalls im Südwesten Berlins. Das betrifft nicht nur die Menschen in ihren Wohnungen, sondern auch Geschäfte wie Friseure, Cafés oder Supermärkte. Auch in einer Pflegeeinrichtung in Lichterfelde etwa war der Strom weg. Die Bewohner wurden daraufhin in Krankenhäuser gebracht. Die größte Herausforderung war laut Pflegedienstleiterin Carolin Schwab, «dass alle Patienten auf einmal verlegt worden sind.» 

So mussten gleichzeitig etwa Medikamente, Beatmungsschläuche oder Papiere eingepackt und die Angehörigen informiert werden. Nachdem der Strom wieder fließt, konnten die Bewohner nun zurückkehren. Sie sei froh, dass sie sich jetzt wieder selbst um die Versorgung der Patienten kümmern können, so Schwab. Bewohnerin Karin Block erzählt, sie sei 1940 geboren und habe deswegen auch schon mehr als einen Stromausfall erlebt. «Wer den Krieg überstanden hat, kann eine ganze Menge aushalten», erzählt sie.

Cafébesitzerin kocht Tee und Kaffee mit Gaskocher

Die 62-jährige Sabine Metschurat betreibt das Café & Bistro Leopold in der Nähe des S-Bahnhofs Nikolassee. Zwischenzeitlich hatte sie weder in ihrer Wohnung noch in dem Café Strom. «Es war alles tot. Ampeln waren aus, ich hatte keine Verbindung mehr mit dem Handy.» Inzwischen ist ihre Wohnung wieder warm, das Café allerdings bleibt kalt.

Das Café ließ sie am Sonntag geschlossen. Am Sonntag jedoch backte sie bei einer Freundin und öffnete ihr Geschäft. Auch in der Nachbarschaft klingelte sie. «Die kamen dann aus den Häusern und haben sich total gefreut, dass ich Backware hatte.»

In der Not wird sie kreativ. So kocht sie auf einem Gaskocher warmes Wasser für Tee und Kaffee auf. Das Gebäck verschenkt sie inzwischen - etwa an die Menschen, die sich in einem Container an der S-Bahnstation Nikolassee aufwärmen und ihre Geräte aufladen können. 

Einsatzkräfte aus NRW unterstützen 

In der Straße, in der das Geschäft von Metschurat liegt, haben Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr aus Nordrhein-Westfalen Stromerzeuger installiert, damit die S-Bahnstation wieder Strom hat. Mit 13 Einsatzkräften sind sie aus dem Kreis Steinfurt angereist, berichtet Michael Reinker, Einsatzleiter der Feuerwehr Ochtrup. Kurz nach Mitternacht seien in einigen Häusern die Lichter wieder angegangen. Daraufhin kamen einige Menschen aus den Häusern, bedankten sich und boten ihnen Tee an. «Die sind sehr begeistert. Die freuen sich sehr.»


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