Zum 30.06.2026 haben laut Melderegister genau 3.917.196 Einwohner in Berlin gelebt. Das waren 3.552 Personen mehr als Ende 2025. Neue Daten der Einwohnerregisterstatistik des Amtes für Statistik Berlin‑Brandenburg zeigen zunehmende Unterschiede zwischen den Berliner Regionen bei Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur und Migrationshintergrund.
Zwischen dem 31.12.2025 und dem 30.06.2026 stieg die Zahl der Einwohner von 3.913.644 auf 3.917.196 (+0,1 %).
Die Bezirke trugen sehr unterschiedlich zu dieser Entwicklung bei. Spandau verzeichnete ein Plus von 2.417 Personen (+0,9 %). Treptow-Köpenick wuchs um 2.482 Personen (+0,8 %). Andere Bezirke verloren leicht: Reinickendorf 1.020 Personen (−0,4 %) und Charlottenburg‑Wilmersdorf 987 Personen (−0,3 %).
Auch innerhalb der Bezirke gab es deutliche Differenzen. Wie im Bezirk Spandau, wo mehrere Planungsräume große Bevölkerungszuwächse verzeichneten, auch dank neuer Wohnquartiere, wie Werkstraße (+29,4 %) oder Zitadellenweg (+21,9 %). Im Planungsraum Gartenfeld, wo am 31.12.2025 noch 13 Personen gemeldet waren, erhöhte sich die Zahl zum 30.06.2026 auf 603 Personen. Gleichzeitig verlor der Bezirk Spandau in mehreren Planungsräumen wie Nonnendammallee (−2,1 %) und Siemensdamm (−1,7 %) an Bevölkerung. Damit wird sichtbar, dass das berlinweite Wachstum vor allem von einzelnen Regionen getragen wird.
Die Altersstruktur unterschied sich kleinräumig deutlich. In Mitte wiesen mehrere Planungsräume hohe Anteile von Erwachsenen im jungen und mittleren Alter zwischen 27 und 44 Jahren auf. In der Heidestraße gehörten 52,4 % dieser Altersgruppe an. Im Planungsraum Nordbahnhof waren es 49,4%. Auch Planungsräume im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg lagen deutlich über dem Berliner Durchschnitt von 29,5 %: Im Wriezener Bahnhof waren 59,7 % der Einwohnerinnen und Einwohner zwischen 27 und 44 Jahren Jahre alt, am Boxhagener Platz 50,7 %.
Ältere Bevölkerungsgruppen lebten häufiger in äußeren Regionen, insbesondere in den Westberliner Bezirken. In mehreren Planungsräumen lag der Anteil der 65-Jährigen und Älteren bereits bei mehr als einem Drittel. Dazu gehörten Kladower Damm in Spandau (36,5 %) oder auch Schlangenbader Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf (34,6 %). Zum Vergleich: Berlinweit lag der Anteil dieser Altersgruppe bei 11,6 %.
Auch beim Migrationshintergrund und hier insbesondere bei den Staatsangehörigkeiten zeigten sich deutliche Unterschiede. Im Bezirk Mitte (59,6 %) lag der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich über dem berlinweiten Durchschnitt von 42,7 %. Besonders hoch waren die Anteile in den Planungsräumen Heidestraße mit 75,9 %, Schwedenstraße mit 75 %, Drontheimer Straße mit 74 % und Großer Tiergarten mit 72,7 %.
Die Staatsangehörigkeiten zeigten eine ausgeprägte kleinräumige Differenzierung. In der Drontheimer Straße hatten 18,1% der Gesamtbevölkerung eine EU‑Staatsangehörigkeit. Die größte Einzelgruppe hatte die türkische Staatsbürgerschaft mit 16,7 %, gefolgt von der bulgarischen mit 5,5 % und polnischen mit 3,3 %. Im Planungsraum Herzbergstraße im Bezirk Lichtenberg hatten 62,8 % der Einwohnerinnen und Einwohner einen Migrationshintergrund. Die größte Einzelgruppe mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft stammte mit 8,6 % aus Vietnam. Es folgten Indien mit 6,5 %, Polen mit 6,4 % und Ukraine mit 6,2 %.
Ein anderes Bild zeigte sich im Planungsraum Alt-Friedrichshagen im Bezirk Treptow-Köpenick. Hier hatten 11,4 % der Einwohner einen Migrationshintergrund. Knapp die Hälfte aller ausländischen Staatsangehörigen kam aus einem EU-Land. Die größte Gruppe stammte aus Polen und machte 1,3 % der Bevölkerung des Planungsraums aus.
Berlins Bevölkerung wächst langsamer, regionale Unterschiede nehmen zu
über dts Nachrichtenagentur
25. August 2026 - 11:05 Uhr
Von Sophie Neumann - Berlin