Angesichts der hohen Zahlen von Hitzetoten in Deutschland fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus einen Hitzegipfel und einen verbindlichen Hitzeschutzplan für Berlin. Das teilte die Fraktion am Donnerstag mit.
Der Fraktionsvorsitzende Werner Graf verlangte als Sofortmaßnahme ein Kiez-Notfallpaket. Klimatisierte öffentliche Gebäude wie Bürgerämter, Rathäuser, Bibliotheken, Museen und Kirchen sollen an heißen Tagen kostenfrei als Zufluchtsorte öffnen.
Die Öffnungszeiten der Freibäder sollen bis in die späten Abendstunden verlängert werden. Zudem schlug Graf sogenannte Cool Vans zur Ausgabe von Wasser und Kühltüchern sowie Pop-up-Kühlstationen für Menschen vor, die im Freien arbeiten, etwa auf Baustellen, bei Lieferdiensten und als Paketzusteller.
Nach Ansicht der Grünen braucht es in Berlin einen Politikwechsel, damit die Stadt mehr Bäume pflanzt als fällt. Die Fraktion fordert eine Offensive mit einer Million neuen Bäumen, gezielte Entsiegelung und den Umbau zur Schwammstadt mit begrünten Höfen und Plätzen. Zugleich unterstützt sie die Forderung aus der Zivilgesellschaft nach einem Hitzegipfel. Der Senat solle unverzüglich Experten aus Pflege, Katastrophenschutz und Kommunen an einen Tisch holen und einen verbindlichen Hitzeschutzplan beschließen. Auf Bundesebene müssten Klimaschutz und Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert und der Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigt werden.
Graf betonte, jeder Euro, der in Vorsorge gesteckt werde, schütze vor immensen Folgekosten und rette Menschenleben. Der Senat dürfe die Augen vor der Realität nicht länger verschließen und müsse den Hitzeschutz zur obersten Priorität machen.
Berliner Grüne fordern Hitzegipfel und Hitzeschutzplan
über dts Nachrichtenagentur
06. August 2026 - 12:45 Uhr
Von Sophie Neumann - Berlin