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Wirtschaftspsychologin Helena Rieder- „Selbstkomplimente“: Kennst Du Deine Fähigkeiten und was macht Dich aus?

Wirtschaftspsychologin Helena Rieder- „Selbstkomplimente“: Kennst Du Deine Fähigkeiten und was macht Dich aus? Foto: Olga Tenigina

Diesen Sommer habe ich in der Grundschule meines Sohnes wegen eines krankheitsbedingten Lehrerausfalls eine Zeit lang ehrenamtlich ausgeholfen. Nach Rücksprache mit dem Schulleiter fiel der Fokus auf die Themen „Achtsamkeit und Selbstkompetenz“. Jede Woche habe ich mir für die Kinder neue Inhalte überlegt und mich sehr über die rege Teilnahme am Unterricht gefreut. Eine Unterrichtsstunde werde ich allerdings nie vergessen. Ich stellte den Kindern die Fragen: "Was macht Euch persönlich aus?“ und „Was könnt Ihr sehr gut?" Und dieses Mal streckten sie nicht die Hände hoch, sondern ich sah in ihre verdutzten Gesichter.

Eine Schülerin traute sich und fragte: "Ist das sowas wie Selbstkomplimente?“

Seitdem liebe und nutze ich diesen Begriff gerne in meiner Arbeit. Im Schulunterricht übte ich jede Woche aufs Neue mit den Kindern zu entdecken und verbal zu äußern, worin sie besonders gut sind. Ich wollte das Bewusstsein über ihre Talente und Fähigkeiten fördern. Irgendwann - mitten in einer Übung - hörte ich den Satz: „Aber Selbstlob stinkt doch!“ Ich erstarrte und fragte: „Hmm, stimmt das wirklich? Wo hast Du das gehört?“ Mehrere Stimmen kamen aus der Runde: „Zu Hause“, „Auf der Straße“, „Ja, habe ich auch gehört“, „So ist das, Selbstlob stinkt.“ Der Glaubenssatz „Selbstlob stinkt“ schien sich schon ziemlich in den Köpfen der Kinder verankert zu haben.

Auch viele Erwachsene fühlen sich überfordert, wenn sie ihre Fähigkeiten und Talente formulieren müssen, besonders dann, wenn sie es spontan tun sollen. Und das ist kein Wunder, denn die wenigsten Menschen haben gelernt, die eigenen Fähigkeiten und Talente zu verbalisieren. Doch das kann man üben, indem man sich regelmäßig über die eigenen Stärken bewusst wird. Meine Empfehlung ist, dies schriftlich zu machen, da das Geschriebene im Gehirn besser verankert wird. Schreibe mindestens 30 Deiner Fähigkeiten, Talente und Stärken auf. Betrachte die Liste und beobachte, wie Du Dich dabei fühlst? Was macht das mit Dir?

Das kann sehr ungewohnt sein, auch den Kindern in der Schule ging es so. Doch die Beschäftigung mit den eigenen Stärken führt nicht nur zu mehr Bewusstheit über die vielen Talente und Fähigkeiten, sondern hat ebenso eine positive Auswirkung auf das Selbstbild und das Selbstbewusstsein.

„Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.“ (Wilhelm von Humboldt)

Ich bin Helena Rieder, Wirtschaftspsychologin und unterstütze Menschen bei internen und externen Veränderungsprozessen. Wenn Du mehr von mir hören und lesen möchtest, vernetze Dich gerne mit mir und erhalte Tipps und Inspirationen für Deinen eigenen Weg zu mehr Leichtigkeit, Freude und Zufriedenheit. Weitere Informationen findest Du hier:

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