Dialektkompetenz wirkt sich offenbar positiv auf die sprachlichen Fähigkeiten aus. Das ergab eine Studie eines interdisziplinären Forschungsteams der Philipps-Universität Marburg, die im Magazin "Nature: Scientific Reports" veröffentlicht wurde.
Die Studie zeigt demnach, dass der Erwerb eines Dialekts neben der Standardsprache zu einem vergleichbaren Ausbau der sprachverarbeitenden Gehirnbereiche führt wie Zweisprachigkeit. In der Untersuchung wurden 26 dialektkompetente Personen mit 23 nur im Standarddeutschen sozialisierten Personen verglichen.
Die Forscher stellten fest, dass die Hirnstruktur von Dialektsprechern in bestimmten Bereichen signifikant anders war. Diese Unterschiede traten in Regionen auf, die auch bei zweisprachigen Personen stärker ausgeprägt sind, wie die mittlere Schläfenlappenwindung, der innenliegende Inselkortex sowie der orbito-frontale Kortex.
Die Studie nutzte hochauflösende bildgebende Verfahren, um die Gehirnbereiche zu vermessen. Die Ergebnisse legten nahe, dass die Unterschiede auf das Training und die Übung im Dialekt zurückzuführen seien, sagte Studienautor Mathias Scharinger.
Studie: Dialekt trainiert Gehirn so gut wie Zweisprachigkeit
über dts Nachrichtenagentur
14. Juli 2026 - 14:08 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland