Zahl der Polizei-Beschwerden in NRW stieg 2025 um rund 29 Prozent

Zahl der Polizei-Beschwerden in NRW stieg 2025 um rund 29 Prozent - (Foto: Polizei (Archiv))

Die Zahl der Beschwerden gegen Polizeikräfte in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr spürbar gestiegen. Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht darin einen Vertrauensbeweis, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf den neuen Beschwerdebericht der Polizei. Demnach gingen 2025 insgesamt 4.418 Beanstandungen von Bürgern beim Land ein. Das bedeutete ein Plus von 28,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Seit 2021 werden landesweit alle Beschwerden von Bürgern über die Beschäftigten der Polizei in einem landesweiten Beschwerdemanagement erfasst.

Registriert werden ebenso Eingaben, in denen der Polizei Lob und Dank zum Ausdruck gebracht wird. Hier verzeichnete man 2025 ein Plus von rund 15 Prozent auf 676 Eingaben. Von den 4.418 Beschwerden konnten 2.772 abschließend bearbeitet und bewertet werden. 5,6 Prozent der Fälle wurden als begründete Eingaben anerkannt. Oft geht es bei Beschwerden um Auftreten und Kommunikation der Beamten. Von elf abschließend geprüften Verdachtsfällen auf unrechtmäßige Polizeigewalt wurde kein einziger durch die Staatsanwaltschaft bestätigt. Weitere 20 Verfahren dieser Art sind aber noch nicht abgeschlossen. Von 52 abschließend geprüften Diskriminierungsvorwürfen wurde ebenfalls keiner bestätigt. In 36 Fällen steht eine abschließende Bewertung aber noch aus. Die meisten Diskriminierungsvorwürfe gegen Polizisten bezogen sich auf die ethnische Herkunft. Die Zahlen zeigten schwarz auf weiß, dass die Polizisten tagtäglich unter oft schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit leisteten, sagte Reul der Zeitung. "Wer bei fünf Millionen Einsätzen im Jahr nur in 0,08 Prozent der Fälle eine Beschwerde provoziert, arbeitet rechtsstaatlich sauber und professionell. Jede berechtigte Kritik nehmen wir ernst und gehen ihr konsequent nach, aber die Fakten widerlegen jedes pauschale Misstrauen gegenüber unserer Polizei." Im Innenministerium wird lobend erwähnt, dass 42 Prozent der erledigten Fälle im persönlichen Gespräch geklärt werden konnten und es eine hohe Dialogbereitschaft in den Behörden gebe.

Allerdings stelle man eine Zunahme von Mehrfach-Eingaben fest, die offenbar von Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert würden und unnötig Verwaltungsressourcen in Anspruch nähmen, hieß es. Der Beschwerdebericht der Polizei findet in diesem Jahr in der schwarz-grünen Koalition besondere Beachtung. Die Grünen hatten zuletzt gegen Vorbehalte in der CDU den Posten einer unabhängigen Polizeibeauftragten beim Landtag durchgesetzt und ein Landesantidiskriminierungsgesetz auf den Weg gebracht, das viele Polizisten als Misstrauensgesetz ablehnen.


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