Die SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung aufgefordert, ein sogenanntes Hitze-Kabinett einzuberufen. Das teilten die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lisa Kapteinat und der gesundheitspolitische Sprecher Thorsten Klute am Sonntag mit. Hintergrund sind Berechnungen des Robert-Koch-Instituts, wonach in diesem Jahr bereits 1.230 Menschen in NRW infolge von Hitze gestorben sind. Zuletzt hatten zwölf Todesfälle in einem Krankenhaus in Leverkusen für Aufsehen gesorgt.
Die Bezirksregierung Köln prüft den Fall krankenhausaufsichtlich, auch die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt. Die SPD-Fraktion hat deshalb eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses beantragt, die am Montag, 13. Juli, um 10 Uhr im Landtag stattfinden soll. Kapteinat und Klute warfen der schwarz-grünen Landesregierung vor, bisher jede parlamentarische Initiative für einen besseren Hitzeschutz abgelehnt zu haben. Sie forderten Ministerpräsident Hendrik Wüst auf, die Idee des SPD-Abgeordneten Jochen Ott aufzugreifen und kurzfristig ein landesweites Hitzeschutzkonzept für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas zu verabschieden. Zudem müssten die Kommunen systematisch bei der Erstellung von Hitzeaktionsplänen unterstützt werden.