Der innenpolitische Sprecher der CDU Berlin, Burkhard Dregger, hat den Regierenden Bürgermeister Berlins, Kai Wegner (CDU), gegen Rücktrittsforderungen verteidigt. Es gebe "einige, die persönliche Rechnungen mit Kai Wegner offen haben", sagte Dregger dem TV-Sender "Welt" am Donnerstag. Das könne aber nicht das Motiv sein, um Entscheidungen für die Zukunft Berlins zu treffen. Vielmehr gehe es um die Frage, wie man Erfolg haben könne, so Dregger.
Diese Frage werde in der CDU intensiv diskutiert. Es komme vor allen Dingen darauf an, den Menschen zu sagen, was man geleistet habe und was man in der Zukunft vorhabe. Er sehe für die Union in Berlin keine Alternative, die in der Lage wäre, bürgerliche, vernunftsorientierte Arbeit zu leisten, damit Berlin wieder auf den Kurs komme - in der Schulpolitik, in der inneren Sicherheit, in der Justizpolitik und bei vielen anderen Fragen, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU Berlin.
Die CDU habe sich bewusst für Wegner als Spitzenkandidaten entschieden, und es gebe keinen wirklich neuen Sachstand, der eine Neujustierung nötig mache, so Dregger. Die CDU habe selbstverständlich eine Menge qualifizierter Köpfe. Aber sie habe auch eine Personalentscheidung auf dem Parteitag gefällt. Er frage sich, was sich seitdem geändert habe. Wenn man die Vorgriffe im Detail ansehe, die jetzt angeblich neu enthüllt worden seien, gebe es gar nichts Neues, behauptete der CDU-Politiker.
Es sei genau das Gleiche, was im Frühjahr im März auch erzählt worden sei. Zu den angeblichen Lügen bezüglich der Krisentelefonate beim Stromausfall habe sich Wegner längst erklärt. Die Diskussion um Kai Wegner helfe nur der Opposition in Berlin, findet Dregger. Wenn man die Diskussion jetzt mit Dingen überlagere, die gar nicht neu seien, dann sei das etwas, was man wahlkampfbedingt verstehen könne und die konkurrierenden Parteien erfreuen werde, aber was der Zukunft Berlins nicht diene.
Deswegen wehre er sich dagegen, dass das derartig in den Vordergrund rücke und die wesentlichen Fragen in den Hintergrund rückten. Der "Tagesspiegel" hatte zuletzt die Senatskanzlei gerichtlich zur Veröffentlichung der Kommunikationsdaten Wegners während der Zeit des großflächigen Stromausfalls gezwungen. Demnach hatte der Bürgermeister am Morgen des 3. Januar nicht telefoniert. Wegner hatte zuvor dem TV-Sender "Welt" gesagt, dass er ab 8:08 Uhr Telefonate geführt habe, um die Krise zu managen.