Nackte Haut und jede Menge Lichtzauber bei der Premiere des Musicals Chicago

Nackte Haut und jede Menge Lichtzauber bei der Premiere des Musicals Chicago. Foto von Soeren Stache/dpa

Knallvolles Haus, viel Glitzer, reichlich Federboas, nackte Haut und jede Menge Lichtzauber: mit einer gefeierten Premiere des Musicals «Chicago» von John Kander und Bob Fosse unter musikalischer Leitung von Adam Benzwi hat die Komische Oper Berlin am Samstagabend ihren Spielbetrieb an der Interimsspielstätte Schillertheater aufgenommen. Der frühere Intendant Barrie Kosky setzte die Startmarkierung mit einer fulminanten Inszenierung, für die es viel Applaus und anhaltende Ovationen gab.

Kosky realisierte damit nach «West Side Story», «Anatevka» und «La Cage aux Folles» ein weiteres großes US-Musical für das Haus, das er zehn Jahre lang bis 2022 leitete. Dabei konnte er mit Katharine Mehrling und Ruth Brauer-Kvam als Showgirl-Duo Roxie Hart und Velma Kelly auf überzeugende Hauptdarstellerinnen bauen.

Die Story um Morde in den Betten des Showbizz und den ebenso hürdenreichen wie schlagzeilenträchtigen Weg der beiden Jazz-Sängerinnen aus dem Gefängnis zurück auf die «All that Jazz»-Bühne ist eine Fundgrube für Koskys Regie. Er lässt das gesamte Ensemble zwischen tiefen Gefühlen, heißen Choreografien, schmutzigen Witzen changieren. Alles kommt immer wieder mit einer fetten Portion Glamour und Glimmer auf die mit tausenden Lichtern ausgestattete Bühne, bleibt dabei aber nicht an den Oberflächlichkeiten hängen.

Die Komische Oper ist eines von drei großen Opernhäusern der Hauptstadt. Das etwa 1300 Plätze umfassende Stammhaus in der Nähe des Brandenburger Tors soll mindestens sechs Jahre lang saniert, umgebaut und erweitert werden. Aktuell liegt die Kostenplanung bei 478 Millionen Euro, könnte sich bei dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble aber noch deutlich verteuern.

Das 1907 eröffnete Schillertheater mit seinen rund 1000 Plätzen gehörte bis 1993 als Spielstätte zu den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Nach der Schließung diente es mehrfach als Ersatzspielort. Von 2010 bis 2017 beherbergte das Haus die Staatsoper während der Sanierung des Gebäudes Unter den Linden. Zwischen 2018 und 2022 waren während Umbauten am Ku'damm-Karree Theater und Komödie am Kurfürstendamm im Schillertheater untergebracht.


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