Matthias Platzeck feiert seinen 70. Geburtstag

Matthias Platzeck feiert seinen 70. Geburtstag. Foto von Soeren Stache/dpa

Zu seinem 70. Geburtstag muss Matthias Platzeck erstmal genügend Schlafplätze herrichten: «Ich fahre herum und sammel bei Freunden und Bekannten alle verfügbaren Luftmatratzen ein», berichtete Platzeck wenige Tage vor seinem runden Geburtstag. Seinen Ehrentag am kommenden Freitag will der überzeugte Babelsberger mit seiner Familie in seinem Haus in der Uckermark feiern. «Da sind wir mitten in schöner Natur und die Kinder haben Platz zum Toben», sagte er. Und die Familie sei beständig im Wachsen. «Neben meinen drei eigenen Töchtern gibt es ja noch eine angeheiratete Tochter und inzwischen sieben Enkel, das werden ja immer mehr», berichtet er fröhlich. «Da reichen die Betten in dem Häuschen nicht mehr.»

Der Jubilar freut sich nun auf etwas mehr freie Zeit. «Die Bundesregierung hatte mich ja mit vier Kommissionen beauftragt - Atom-, Kohle, Deutsche Einheit und Zukunftszentrum», zählt er auf. «Da war schon jede Menge zu tun.» Außerdem vermittelte Platzeck schon mehrfach als Schlichter in Tarifkonflikten bei der Deutschen Bahn und auch bei der Lufthansa.

Außerdem ist er im Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung, als Kuratoriumsvorsitzender des Festivals des osteuropäischen Filmfestivals in Cottbus und beim Jüdischen Filmfestival in Berlin Brandenburg aktiv. Er ist auch Vorstand der Jerusalem Foundation, die sich für die Verbesserung der jüdisch-palästinensichen Beziehungen einsetzt. «Was dort passiert, das tut weh», sagt er zum aktuellen Kriegsgeschehen im Nahen Osten.

«Ich hoffe, dass das nächste Jahr uns dem Frieden in der Welt näherbringt. Da bin ich nicht völlig ohne Hoffnung», meint Platzeck auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. «Was da passiert, macht mehr kaputt, als wir im Moment sehen», mahnt er. Den Vorsitz im Deutsch-Russischen Forum gab er nach Kriegsbeginn auf, aber Platzeck hält weiterhin Gesprächskontakte in Russland aufrecht. «Ich glaube, es ist wichtig, nicht alle Brücken abzubrechen», meint Platzeck. «Wir sollten wissen, was dort in der Gesellschaft vor sich geht.»

Seinen Lebensmittelpunkt hat der Babelsberger mehr und mehr in die Uckermark verlagert. Mit seinem Traktor hält er die etwa einen Hektar große Wiese um das Haus in Schuss. «Die Hälfte des Grundstücks ist aber mittlerweile als Bienenweide angelegt mit vielen Pflanzen - da braucht man nur noch zwei Mal im Jahr mähen», sagt er.

Platzeck war bis zu seinem Einstieg in die Politik zur Wende begeisterter Regattasegler. Doch sein Traum, wieder mehr Zeit auf dem Wasser zu verbringen, erfüllte sich bisher nur bedingt. «Ich war zwei Mal mit einem Bekannten zum Segeln auf der Ostsee», berichtet er. Nach der großen Geburtstagsfeier fährt er mit seiner Frau erstmal in den Urlaub. Das Ziel wird nicht verraten, nur so viel: «Wir bleiben in Deutschland.»

Platzeck war von 2002 bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen im August 2013 Ministerpräsident von Brandenburg. Zuvor war er in den ersten beiden Kabinetten von Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) Umweltminister. Zwischen 1998 und 2002 war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Potsdam.


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