König Charles spricht Ende März im Bundestag

Archivfoto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Deutschland bekommt royalen Besuch aus Großbritannien: König Charles III. reist Ende März nach Berlin und will dann eine Rede im Bundestag halten. «Ich freue mich, dass das britische Oberhaupt König Charles III. im Bundestag sprechen wird», sagte Katja Mast, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. «Die deutsch-britische Freundschaft ist von ganz besonderer Bedeutung für Europa und die Welt, gerade auch nach dem Brexit und in Zeiten des völkerrechtswidrigen imperialistischen Angriffskrieg von (Kremlchef Wladimir) Putin in der Ukraine.» Aus dem Palast in London gab es zunächst keine Bestätigung für den Besuch, der Charles (74) und seine Frau Queen Camilla (75) angeblich auch nach Hamburg führen wird. Das Schweigen ist aber keine Ausnahme, royale Termine werden aus Sicherheitsgründen traditionell erst wenige Tage zuvor angekündigt. Reisepläne würden zu gegebener Zeit bekanntgegeben, hieß es schon vor Wochen von einer Sprecherin.

Die Rede im Bundestag ist für den 30. März geplant, wie zuvor bereits das Nachrichtenportal «The Pioneer» berichtet hatte. Nach Informationen der Zeitschrift «Stern» von Mitte Januar wollen Charles und Camilla vom 29. bis 31. März in Deutschland sein und dann auch Hamburg besuchen.

Kritik kam vom Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktion Die Linke, Jan Korte. «Es ist eine gute Tradition, dass im Bundestag noch kein Staatsoberhaupt geredet hat, das nicht gewählt wurde. Und die sollten wir auch nicht ändern», betonte er. Selbst Papst Benedikt, der am 22. September 2011 im Bundestag gesprochen hatte, sei «in einer Abstimmung unter 115 Männern seiner Organisation gewählt» worden.

Charles ist seit dem Tod seiner Mutter Queen Elizabeth II. am 8. September 2022 britischer Monarch. Seine Krönung ist für den 6. Mai geplant. Als Thronfolger war Charles bereits häufig zu Gast in Deutschland - zuletzt zum Volkstrauertag im November 2020. Beim zentralen Gedenken im Bundestag beschwor er damals auf Deutsch, das er gut spricht, die tiefe Partnerschaft zwischen Großbritannien und Deutschland.

Französischen Medienberichten zufolge ist Deutschland nicht der erste Stopp von Charles auf seiner - Stand jetzt - ersten Auslandsreise als Monarch. Demnach will der König zuvor noch Paris besuchen, wozu ihn der französische Präsident Emmanuel Macron am Rande des Staatsbegräbnisses der Queen eingeladen hatte. Wie die Zeitung «Parisien» im Januar schrieb, steht ein Besuch des Königs im französischen Parlament dann ebenso auf dem Programm wie eine Visite bei der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Auch dazu gibt es offiziell bisher keine Bestätigung.

Ursprünglich war erwartet worden, dass Charles als erstes Reiseziel ein Mitglied des Staatenbundes Commonwealth besucht wie etwa Australien oder Jamaika. Dafür gibt es aber aktuell keine Hinweise.

In seinen ersten Monaten im Amt hat Charles schon zahlreiche Orte im Vereinigten Königreich besucht und hat einen vollen Terminkalender in London. Nachdem er am Mittwoch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einer Audienz im Buckingham-Palast getroffen hatte, empfing er am Donnerstag die Beglaubigungsschreiben der neuen Botschafterinnen von Frankreich und Samoa. Anschließend wollte der König ein Londoner Museum besichtigen.


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