-

Julia Sperling Behne - Wenn die Welt in Trümmern liegt

Julia Sperling Behne - Wenn die Welt in Trümmern liegt Foto: Julia Sperling Behne

2 Jahre seit Beginn der Corona-Pandemie - wie sieht es in den Familien aus? Es war vor genau 100 Jahren, als diverse Politiker, nachdem der Doppelschlag des Ersten Weltkriegs und der Spanischen Grippe überwunden schien, eine „Rückkehr zur Normalität" in Aussicht stellten. Verlockende Worte, aber es gab keine Normalität. Es gab ein turbulentes Jahrzehnt, das mit einer Depression endete. Die Konstellation scheint heute beunruhigend ähnlich. Das Leben hat sich abrupt, tiefgreifend und unwiederbringlich verändert. Wie kann man in solchen Zeiten den Mut nicht hängen lassen?

Das verrät Julia Thea Sperling-Behne, Wirtschaftspsychologin und Master in Bildungswissenschaften, Inhaberin von ConsultingForYou. Sie arbeitet seit über 20 Jahren mit Menschen zusammen, die Herausforderungen individuell meistern und Lösungen parat haben müssen. Sie gibt fünf Tipps, die auch jeder privat beherzigen kann.

Tipp Nr. 1: Sie können nicht alles kontrollieren -  aber das kann auch niemand sonst. 

Uns steht die nahezu sichere Gewissheit eines signifikanten und anhaltenden Marktabschwungs bevor. Die wirtschaftliche Aktivität während der Pandemie ist in einem erheblichen Ausmaß ins Stocken geraten. Statt der erhofften Zeit für eine Erholung setzt nun eine Phase noch größerer Unsicherheit ein, mit Krieg in Europa und global wirksamen Wirtschaftssanktionen. Die Wahrheit ist: Niemand weiß wirklich, was als nächstes kommt – auch wenn es nicht an Meinungen fehlt. Lassen Sie sich nicht von Leuten täuschen, die behaupten, alle Antworten zu haben. 

Tipp Nr. 2: Stabilität aufrechterhalten 

Die heutigen Maßstäbe für den Erfolg sind sehr gedämpft. Die unmittelbaren Ziele sind, über Wasser zu bleiben und die Umstände sicher zu halten. Erwägen Sie daher, vorübergehend von einer Wachstumsmentalität, zu der wir alle ausgebildet wurden, zu einer Denkweise überzugehen, die sich darauf konzentriert, Ihre Familie glücklich, gesund und wesentlich versorgt zu halten und ihre Gedanken auf konstruktive Weise, auch kreativ, zu beschäftigen. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen und Ihrem Herzen gut tun.

Tipp Nr. 3: Langfristiges Denken 

Für Unternehmen und Familien ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um den Wert kurzfristiger Strategien zu überdenken. Anstatt „dies und das" zu wollen, erwägen Sie, Ihren Fokus auf die wesentlichen Dinge zu beschränken, einschließlich der immateriellen Werte. In vielerlei Hinsicht ist das, was gerade passiert, Ausdruck der zugrunde liegenden Probleme, denen wir uns immer stellen mussten. So wird es immer wichtiger werden, unsere eigenen Werte und Bedürfnisse zu hinterfragen. Was ist notwendig oder wenigstens gerechtfertigt? 

Tipp Nr. 4: Realistischer Optimismus 

Ob man optimistisch oder pessimistisch ist, ist keine Frage der Umstände, sondern der Reaktion darauf. Es ist eine Frage der Einstellung und der Perspektive. Angst ist vielleicht nicht immer ein ungerechtfertigter Ratgeber. Aber sie ist fast nie ein guter Ratgeber. In diesen Zeiten manifester und möglicherweise noch größerer Turbulenzen ist es wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. 

Tipp Nr. 5: Nicht alles über Bord werfen 

Investieren Sie strategisch in zuverlässige Vermögenswerte und diversifizieren Sie Ihre Rücklagen sinnvoll. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie nicht hinterherhinken, wenn sich der Markt dreht (was er irgendwann tun wird). Hüten Sie sich auch davor, langfristige Ziele (monetäre oder andersartige) nicht für kurzfristigen Komfort zu opfern. Stabilität, und diese auch zu Hause ausstrahlen zu können, ist nun enorm wichtig. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite von Julia Sperling Behne.


Werbung