Herbstblues: Auch Männer trifft das Stimmungstief

Symbolfoto von thank you for auf Pixabay

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen und mit ihr kommt nicht nur ein erhöhtes Erkältungsrisiko, sondern häufig auch eine Anfälligkeit für seelisches Unwohlsein. Während Frauen sich dem längst gestellt haben und oft bereits Antworten für sich kennen, beginnen Männer nun auch mehr und mehr zu akzeptieren, dass sie sich deutlich mehr mit ihrer körperlichen, aber auch ihrer psychischen Gesundheit beschäftigen müssen. Zum ‚Internationalen Männertag‘ am 19. November befassen sich ARAG Experten mit aktuellen Entwicklungen.

Was haben Bärte mit mehr Aufmerksamkeit zu tun?
Ein Grund für die aktuell erhöhte Akzeptanz für Bärte könnte in der ‚Movember‘-Bewegung liegen. „Movember“ steht für „moustache“ (französisch für Schnäuzer) und „November“. Bereits seit 2003 finanziert die Movember Foundation weltweit Projekte, die sich mit Gesundheitsforschung und -diensten speziell für Männer befassen. Seitdem gewinnt sie jedes Jahr insbesondere im November mehr Aufmerksamkeit dadurch, dass Männer sich auf der Website dazu verpflichten, sich vom 1. bis zum 30. des Monats einen Schnurrbart wachsen und sich dafür von Familie und Freunden mit Spenden sponsern zu lassen. Gestartet man mit gerade mal 30 Mitstreitern; heute spricht die australische Stiftung, die zu Beginn insbesondere auf Prostata- und Hodenkrebs aufmerksam machen wollte, von sechs Millionen Teilnehmern in 21 Ländern. Wie ARAG Experten wissen, geht es inzwischen um den Blick auf Männer-Gesundheit im Allgemeinen, insbesondere auch um Depressionen und andere psychische Erkrankungen.

Männer schneiden im Vergleich schlecht ab
Auch heute noch ist die Lebenserwartung eines Mannes rund fünf Jahre niedriger als die einer Frau. Zudem erkranken rund 20 Prozent mehr Männer als Frauen an Krebs. Auch andere Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. So ist die Suizidrate beim männlichen Geschlecht dreimal so hoch wie beim weiblichen, erklären ARAG Experten und warnen davor, Stimmungstiefs auf die leichte Schulter zu nehmen.

Warum wird der Herbstblues unterschätzt?
Das Wort „Herbstblues“ liest sich harmlos; in Wirklichkeit jedoch setzt das Stimmungstief, das sich vor allem in der dunklen Jahreszeit verbreitet, vielen Menschen zu. Vermuteter Hintergrund ist hierbei laut ARAG Experten ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Körper, ausgelöst durch fehlendes Tageslicht. Dies alleine kann oft noch ausgeglichen werden, kommen aber Stress und mögliche schwierige Lebensumstände hinzu, können ernsthafte Symptome entstehen, wie zum Beispiel Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, innere Leere sowie körperliche Defizite. Dies betrifft zwar Frauen ebenso wie Männer, letztere stellen sich aber gerade seelischen Schwierigkeiten deutlich seltener. Dabei können gerade in den Anfängen einfache Maßnahmen helfen: So schaffen sportliche Aktivitäten, vor allem an der frischen Luft, ebenso wie gesunde und vitaminreiche Ernährung, der Verzicht auf Alkohol, eine gute Schlafhygiene sowie Zeit für Hobbys, Freunde und Familie erste Abhilfe, ohne dass der Gang zum Arzt überhaupt notwendig wird.

Wie hilft der Internationale Männertag?
Ebenso wie der ‚Movember‘ ist der ‚International Men’s Day‘ die Kreation einer noch in den Neunziger Jahren gegründeten Stiftung mit weit gefasstem Spektrum. So geht es dabei laut ARAG Experten insgesamt um die Rolle des Mannes in der Gesellschaft und der Familie und inzwischen auch gegen Diskriminierung von Männern und um Geschlechtergleichheit. Auch in dieser Bewegung spielt natürlich das gesundheitliche Wohl eine Rolle – und zwar physisch und psychisch. Und so liegt der Fokus in diesem Jahr am 19. November tatsächlich auf der Selbstmordrate bei Männern. Das Motto 2023: „Zero Male Suicide“ (Null männliche Selbstmorde). Kein wohlklingendes Thema, aber sinnvoll besetzt. Denn mit einem positiven Spirit ermutigt die Vereinigung insbesondere auch junge Männer, sich zu öffnen, über ihre Probleme zu reden und vor allem ihre Rolle als Mann zu feiern.

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