In Baden-Württemberg steht in den kommenden fünf Jahren rund 28.000 Handwerksbetrieben eine Übergabe oder Schließung bevor. Das hat eine aktuelle Sonderumfrage von Handwerk BW ergeben, wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Um die Nachfolgesuche zu erleichtern, haben die acht Handwerkskammern im Land zum 1. Juli eine neue Unternehmensbörse gestartet. Über die Plattform können Betriebsinhaber kostenfrei Inserate veröffentlichen, während Interessenten individuelle Suchprofile anlegen können.
Eine intelligente Matching-Funktion gleicht die Angaben zu Gewerk, Region, Qualifikation oder Betriebsgröße ab und schlägt passende Kandidaten vor. Die Börse ist mit den Beratungsteams der Kammern verzahnt, die bei Fragen zur Bewertung, Finanzierung oder rechtlichen Gestaltung helfen. „Wer den Schritt in die Selbstständigkeit plant, muss nicht bei null anfangen“, sagte Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW. Der Verband fordert zugleich, das Projekt „Next Generation Handwerk“ dauerhaft fortzuführen. Es wird vom Wirtschaftsministerium gefördert und umfasst neben der Börse auch die Übergabeberatung. „Programme wie Next Generation Handwerk dürfen nicht auslaufen“, betonte Reichhold. Nach der Umfrage planen 19 Prozent der Inhaber eine Übergabe, 13 Prozent eine Schließung. Besonders die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gilt als größte Hürde.