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Folgen der Kontaktbeschränkung- Vor allem Kinder müssen Kontakt neu erlernen

Folgen der Kontaktbeschränkung: Vor allem Kinder müssen Kontakt neu erlernen Foto: Gabriele Freyhoff

Während der Pandemie wurde zwischenmenschlicher Kontakt oftmals als gefährlich eingestuft und zeitweilig aktiv unterbunden. Dieses Vorgehen hat vor allem die Kinder und Kleinsten der Gesellschaft massiv verstört und verunsichert. Doch was monatelang untersagt und sanktioniert wurde, ist nun auf einmal wieder ok und Alltag. Auch damit kommen viele nicht wirklich zurecht. Zugang zu liebevoller Berührung für alle Menschen - das war die Vision von Biodanza-Gründer Rolando Toro. Gabriele Freyhoff ist Sonderpädagogin und Leiterin der Biodanza Schule Köln. Sie erklärt hier, warum der zwischenmenschliche Kontakt und liebevolle Berührungen für uns so wichtig sind und wie wir sie wieder erlernen können.

Kontakt als soziale Komponente in Freizeit, Sport und Schule

Gerade die Kleinsten lernen in unserer Gesellschaft über Sport und Schule den freundschaftlichen Kontakt zu anderen Menschen. Werte wie Teamfähigkeit, Zusammenhalt und Gruppendynamik werden vorrangig beim Sport vermittelt. Außerdem spüren die Kinder hier, wie schön Freundschaften und Zusammengehörigkeit sein können.

Kontakt und Ausdruck von Zärtlichkeit in der Freundschaft mit Gleichaltrigen und Lehrern

Auch im Kontakt zu Gleichaltrigen erlernen Kinder den Austausch von Zärtlichkeiten, Berührungen und freundschaftlichen Worten. Lehrer spielen eine Vorbildrolle im Leben der Kinder und haben einen positiven Einfluss auf die Gesellschaftsfähigkeit und spätere Entwicklung, gerade in der Grundschulzeit.

Kontakt und Berührung als Ausdruck von Liebe und geliebt werden

Was in der Pandemie teilweise verboten war, ist das zentrale Element in Sachen Ausdruck von Liebe und geliebt werden. Ohne Kontakt kann dieses Element nicht greifen, viele Kinder vereinsamten und hatten keine Möglichkeit mehr, ihre Gefühlen anderen Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Wer Schulen schließt, verschließt den Kindern also nicht nur ein Gebäude, sondern einen breiten Instrumentenkasten, den sie für ihr Glück unbedingt benötigen.

Kontakt und Berührung als Stärkung des Selbstwertes und Form der Beruhigung

Auch das Selbstwertgefühl der Kinder hat stark gelitten und wurde durch die Maßnahmen der Pandemie drastisch gesenkt. Kinder, die nicht mehr mit Gleichaltrigen und Lehrern interagieren können und zusätzlich zuhause kaum oder keine Anerkennung bei den Eltern finden, können durch ausbleibendes Lob und Bestätigung durch die Lehrkräfte keinen nennenswerten Selbstwert entwickeln und wachsen.

Ein Fazit

Pandemie hin oder her: Die Gegenmaßnahmen sollten nie mehr den Kontakt von Kindern zu ihrer Welt einschränken oder gar zerstören. Hier wird sonst großes Leid zugefügt, das mit irreparablen Schäden und Wunden einhergeht. Ein Kind muss Kind sein können und Liebe erfahren dürfen!

Über Gabriele Freyhoff

Nach ihrem Sonderpädagogik-Studium in Köln ging Gabriele Freyhoff im Rahmen eines Projekts nach Brasilien, wo sie in den Bereichen Familiengesundheit, Frauenförderung und Prävention arbeitete. Im Rahmen ihrer dortigen Arbeit lernte sie erst Biodanza und später dessen Gründer Rolando Toro kennen. Die Faszination für Biodanza veranlasste sie schließlich dazu, sich als Biodanza-Leiterin ausbilden zu lassen und Biodanza nach Deutschland zu bringen. Seit über 30 Jahren ist Gabriele Freyhoff nun mit ihrer Vision als Sonderpädagogin, Supervisorin und Biodanza-Ausbilderin tätig und seit 20 Jahren leitet sie die Biodanza Schule Köln. Sie ist auf Facebook, Instagram und YouTube präsent und aktiv.

 


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