Experte Joachim Schmitz: Welche Sicherheitsrisiken sich in E-Ladesäulen verbergen

Experte Joachim Schmitz: Welche Sicherheitsrisiken sich in E-Ladesäulen verbergen. Foto: Dr. Joachim Schmitz

Die E-Mobilität wird immer beliebter, doch an den Ladesäulen lauern Sicherheitsrisiken für die persönlichen Daten der Fahrer. Welche Daten hier verarbeitet werden und wie man sich schützen kann, erklärt Experte Joachim Schmitz. Immer mehr Menschen steigen auf Elektroautos um und das Netz an Ladesäulen wird immer dichter. Doch beim Aufladen an E-Ladesäulen müssen Autofahrer nicht nur auf die Technik achten, sondern auch auf ihre persönlichen Daten. Denn beim Bezahlen und Freischalten der Ladesäule werden verschiedene Daten gespeichert und verarbeitet, was für manche Autofahrer ein Sicherheitsrisiko darstellen kann.

Die meisten Ladesäulen werden mit Chipkarten oder Dongles freigeschaltet, die von verschiedenen Anbietern ausgegeben werden. Dabei können personenbezogene Daten wie Name, Adresse, Bankdaten und Kreditkarteninformationen gespeichert werden. Auch Fahrzeugdaten wie Modell und Kennzeichen werden erfasst. Zusätzlich greifen die Ladesäulen auf Lade- und Verbrauchsdaten zu und können unter Umständen sogar Bewegungsdaten speichern.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Ladesäulen oft mit dem Fahrzeug kommunizieren und Daten austauschen, die nicht immer transparent in der Verwendung sind. Dies betrifft insbesondere die Fahrzeugdaten und den Ladestatus, die von den Ladesäulen erfasst und verarbeitet werden.

Besonders kritisch wird es, wenn die Ladesäulen für Wartungszwecke mit einem USB-Port ausgestattet sind, der teilweise frei zugänglich ist. Hier besteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko, da Hacker durch den Port Zugriff auf die Ladesäule und die gespeicherten Daten erlangen könnten.

Wie kann man sich schützen? Autofahrer sollten darauf achten, welche Daten beim Freischalten der Ladesäule erfasst werden und welche Anbieter diese Daten speichern und verarbeiten. Es ist ratsam, sich über die Datenschutzbestimmungen der Anbieter zu informieren und gegebenenfalls nur Anbieter zu wählen, die vertrauenswürdig sind. Zudem sollten Autofahrer ihre Daten regelmäßig überprüfen und bei verdächtigen Aktivitäten umgehend reagieren.

Neben den bereits genannten Risiken gibt es noch weitere Faktoren, die die Datensicherheit an E-Ladesäulen beeinträchtigen können. Zum Beispiel können auch die Anbieter von Ladekarten oder -apps Daten sammeln und speichern, die über den Ladevorgang hinausgehen. So können beispielsweise Informationen über das Nutzungsverhalten des Kunden oder Standortdaten erfasst werden.

Darüber hinaus können auch die Ladesäulenbetreiber Daten sammeln, die über den reinen Ladevorgang hinausgehen. So können sie beispielsweise Nutzungsprofile erstellen oder Daten zur Analyse von Verkehrsströmen verwenden. Dabei ist oft nicht klar, welche Daten genau erfasst werden und wie sie verwendet werden.

Auch die Verbindung zwischen dem Elektroauto und der Ladesäule kann ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die Kommunikation zwischen beiden Systemen erfolgt über das sogenannte OCPP-Protokoll (Open Charge Point Protocol), das zwar eine sichere Datenübertragung gewährleistet, aber dennoch Schwachstellen aufweisen kann. Insbesondere bei älteren Ladesäulen kann es zu Sicherheitslücken kommen, die von Hackern ausgenutzt werden können.

Ein weiteres Risiko sind manipulierte Ladesäulen, die von Kriminellen eingesetzt werden, um Daten abzugreifen oder Schadsoftware auf den angeschlossenen Fahrzeugen zu installieren. Dabei können die Täter die Datenübertragung zwischen Ladesäule und Fahrzeug manipulieren und so Zugriff auf persönliche Daten erhalten.

Fazit

Die E-Mobilität bietet viele Vorteile, doch beim Aufladen der Fahrzeuge an Ladesäulen sollten Autofahrer auch auf ihre persönlichen Daten achten. Die Datenverarbeitung an Ladesäulen ist komplex und nicht immer transparent, daher sollten Autofahrer vorsichtig sein und sich über die Datenschutzbestimmungen der Anbieter informieren. Mit der richtigen Vorsichtsmaßnahme können Fahrer ihre persönlichen Daten schützen und die Vorteile der Elektromobilität genießen. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auf dem Linkedin-Profil von Dr. Joachim Schmitz.


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