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Diagnose Alzheimer: Bald 2 Millionen Demenzkranke in Deutschland?

Diagnose Alzheimer: Bald 2 Millionen Demenzkranke in Deutschland? Copyright: Gerd Altmann pixabay

Viele Menschen haben Angst, im Alter an Alzheimer zu erkranken. Doch aktuelle Studien zeigen: Das Risiko zu erkranken, kann jeder selbst drastisch minimieren – und zwar durch die eigene Lebensweise. Rund 1,8 Millionen Deutsche leiden derzeit an Demenz, die meisten von ihnen wegen einer Alzheimer-Erkrankung – die Tendenz ist steigend. Im Zuge der Alzheimer-Association-Konferenz wurde die Zahl der Erkrankungen im Jahr 2050 auf rund 150 Millionen weltweit geschätzt: Das sind dreimal mehr Erkrankungen als derzeit. Wie kann unsere Ernährungsweise präventiv dazu führen, das Demenzrisiko zu senken? Was schadet dem Gehirn und was tut ihm gut? So hat ein Unternehmen für Aufklärung und Prävention mittels spielerischer Challenges gesorgt.

Ein dramatisches Trauerspiel für jeden Erkrankten und seine Angehörigen ist es, wenn ein geliebter Mensch an Alzheimer leidet. Die nach dem deutschen Psychiater und Neuropathologen benannte, unheilbare Krankheit beschreibt eine Demenz (lateinisch: dementia, Wahnsinn, Torheit), die für eine Verschlechterung von mehreren kognitiven Fähigkeiten und das Absterben von Nervenzellen im Gehirn sorgt. Bei einer Alzheimer-Krankheit, auch bekannt als Alzheimer-Demenz oder Morbus Alzheimer, verändern sich diese Zellen. Bislang gibt es nur Vermutungen, weshalb es dazu kommt. Was WissenschaftlerInnen aber schon jetzt herausgefunden haben ist, dass eine schlechte Ernährungsweise die Erkrankung begünstigt, wie eine Studie der Ernährungs-Umschau belegt. Das Münchener Startup Teamfit nimmt diese Tragödie ernst und bietet für Unternehmen Ernährungs-Challenges an, bei denen sich MitarbeiterInnen aktiv mit der Thematik auseinandersetzen und gemeinsam der Demenz den Kampf ansagen.

Bittere Prognose – Wie Demenz die Welt überrollt

Das Erinnerungsvermögen, unsere Wahrnehmung und die Gedächtnisleistung im Allgemeinen, funktionieren nur dank eines komplexen Netzwerks aus Milliarden von Nervenzellen. Wird diese neurologische Verflechtung durch eine Krankheit wie Alzheimer zerstört, werden Betroffene zunehmend vergesslich, verwirrt und orientierungslos. Die Ursachen der Demenz sind bislang noch unklar, aber mittlerweile weiß man, dass der im Gehirn fehlende Botenstoff Acetylcholin für die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten verantwortlich ist. Symptome wie Vergesslichkeit oder fehlende Orientierung sind noch eher „leichte“ Symptome der unheilbaren Krankheit. Schreitet die Zeit unaufhaltsam voran, während sich ungünstige Faktoren multiplizieren, so können sich auch Aggressivität und Depressionen bei Betroffenen einstellen. Ebenso können Urteilsvermögen und die Sprachfähigkeit nachlassen. Im schlimmsten Fall kommen Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen hinzu und die Person ist nicht mehr die, die sie einmal war. In Deutschland leiden aktuell beinahe 1,8 Millionen Menschen an Alzheimer und die Tendenz ist steigend. Gleichzeitig ist sie mit ihren Folgen für den menschlichen Körper, die siebthäufigste Todesursache. Oft versterben Erkrankte beispielsweise aufgrund einer Lungenentzündung (Pneumonie), weil Menschen mit Demenz viel anfälliger für Infektionen sind. Eine Pneumonie tritt vermehrt auch deshalb auf, weil sich Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit häufig verschlucken. Im Jahr 2021 sind etwa 440.000 Menschen im Alter ab 65 Jahren neu an Demenz erkrankt. Aktuellen Schätzungen zufolge könnte die Zahl im Jahr 2050 für Deutschland auf bis zu 2,8 Millionen Menschen ansteigen, sofern kein Durchbruch mithilfe von Prävention oder Therapien gelingt. Weltweit liegt der Wert für Demenzerkrankte bei 57 Millionen und soll sich laut Studien bis zum Jahr 2050 verdreifacht haben.

Mittelmeerküche als Prävention?

Einzelne Lebensmittel mit denen man sich eine Demenz „anessen“ könnte gibt es nicht. Ebenso gewährleistet kein spezielles Gericht oder eine bestimmte Diät eine Vermeidung der Erkrankung. Dennoch zeigt die Forschung, dass eine gesunde Ernährung im Allgemeinen dazu beiträgt, das Risiko für die Krankheit zu mindern, wie eine Studie belegt. Experten betonen in diesem Zusammenhang, dass mediterrane Kost mit viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen, Salaten, pflanzlichen Ölen wie Olivenöl, Kräutern, Vollkornprodukten und mehr Fisch als Fleisch, Demenz vorbeugt. Eine Untersuchung im Rahmen der DELCODE-Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenreative Erkrankungen e.V (DZNE) deutete darauf hin, dass die Mittelmeerküche das Demenz-Risiko senken kann. Ein mediterranes Ernährungsmuster kann vor gefährlichen Eiweißablagerungen im Gehirn und Hirnatrophie schützen. Milchprodukte, rotes Fleisch und gesättigte Fettsäuren werden im Mittelmeerraum nur sehr gering verzehrt. „Neben einer unausgewogenen Ernährung sind auch Dinge wie Rauchen, Übergewicht, ein hoher Cholesterinspiegel, zu viel Alkohol, wenig Bewegung, Diabetes und Bluthochdruck mögliche Risikofaktoren“, erklärt Alexander Kuttig CEO und Mitgründer von Teamfit.

Mit Ernährung Alzheimer vorbeugen

Die Social-Fitness-App bietet neben Mindfulness und Awareness Challenges sowie unzähligen Sport-Aktivtäten, seit neuestem auch Anwendungen zum Thema Ernährung an. „Unter anderem sind es Erkrankungen wie die Alzheimer-Demenz, die uns als Unternehmen dazu bewegt haben, Mitarbeitenden die Thematik der gesunden Ernährung näherzubringen“, sagt Kuttig. Deshalb werden Aktivitäten erstellt, bei denen Angestellte zum Beispiel regional und vegan kochen und anschließend das Gericht im Rahmen der Challenge via App hochladen. Eine künstliche Intelligenz scannt den Foto-Nachweis und erkennt, ob es sich tatsächlich um Essen handelt. Im Anschluss können die Rezepte in einer Bildergalerie festgehalten werden. „Die App liefert ferner auch Informationen zu Makronährstoffen und anderen Inhalten“, erklärt der Geschäftsführer weiter. Das soll die Lust der Mitarbeitenden wecken, auch saisonal und vor allem gesund zu kochen und sich dabei intensiv mit dem auseinanderzusetzen, was täglich konsumiert wird.

Mehr Informationen über Teamfit finden Sie hier.