Die Tarifbindung in Nordrhein-Westfalen ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 gefallen. Das hat der Landesbetrieb IT.NRW am Dienstag mitgeteilt.
Der Anteil der Betriebe mit Tarifbindung sank auf 24 Prozent. Der Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben lag wie in den beiden Jahren zuvor bei 51 %. Auch dies entsprach dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000, als noch ein Anteil von 74 % zu verzeichnen war.
Die Ergebnisse für die Jahre 2000 bis 2022 entstammen dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) sowie ab dem Jahr 2023 der Verdiensterhebung.
Mit einem Anteil von 51 % arbeiteten im Jahr 2025 mehr als die Hälfte der Beschäftigten in NRW in tarifgebundenen Betrieben. Konkret unterlagen 43 % einem Branchentarifvertrag und 8 % einem Firmentarifvertrag. Die übrigen Beschäftigten waren in nicht tarifgebundenen Betrieben tätig: 11 % aller Beschäftigten wurden gemäß einer betrieblichen Vereinbarung entlohnt, die sich an einem Tarifvertrag orientiert, während 39 % ohne jeden Bezug zu einem Tarifvertrag bezahlt wurden.
Die höchste Tarifbindung fand sich in den Bereichen "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" mit 100 % der Beschäftigten. Danach folgten die Wirtschaftsabschnitte "Energieversorgung" mit 89 % und "Erziehung und Unterricht" mit 78 %. In den Bereichen "Kunst, Unterhaltung und Erholung" (16 %), „Grundstücks- und Wohnungswesen" (18 %) und "Information, Kommunikation" (23 %) hingegen war die niedrigste Tarifbindung zu verzeichnen.
Tarifbindung in NRW fällt auf neuen Tiefststand
über dts Nachrichtenagentur
28. April 2026 - 08:40 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland