Innenminister Herbert Reul hat im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag von Solingen erneut bestätigt, dass es keine Hinweise auf Mittäter oder Gehilfen des Attentäters in Nordrhein-Westfalen gibt. Das teilten die Sprecher der Landtagsfraktionen von CDU und Grünen im Untersuchungsausschuss, Fabian Schrumpf und Laura Postma, am Freitag mit. Reul habe zudem klargestellt, dass eine frühere Kontaktaufnahme mit der damaligen Flüchtlingsministerin Josefine Paul den Verlauf der Ermittlungen nicht verändert hätte.
Die beiden Fraktionssprecher warfen der SPD vor, seit Wochen den Eindruck zu erwecken, der Attentäter sei kein Einzeltäter gewesen.
Diese mediale Inszenierung der Opposition sei faktenfrei. Reul habe unmissverständlich gesagt, dass es sich um einen Einzeltäter handele. Zwar stehe eine Ideologie dahinter, da Radikalisierung nicht im luftleeren Raum entstehe, aber es gebe keine Bande und keine Struktur.
Wer aus der Mitgliedschaft in einer riesigen Chatgruppe eine Mittäterschaft oder ein Netzwerk konstruiere, betreibe keine Aufklärung, sondern Panikmache, so Schrumpf und Postma weiter. Die Menschen erwarteten zu Recht, dass sauber zwischen Fakten und Spekulation unterschieden werde. Nordrhein-Westfalen habe aus dem Anschlag Konsequenzen gezogen, die Früherkennung von Radikalisierung verbessert und die Sicherheitsbehörden gestärkt.
Reul: Keine Hinweise auf Mittäter bei Solingen-Anschlag
über dts Nachrichtenagentur
17. Juli 2026 - 18:45 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland